Granate beim Mähen entdeckt. Ein Intercar-Mitarbeiter wollte Steine aussortieren und stieß dabei auf das Kriegsrelikt. Bei der Untersuchung des Geländes wurde weitere Munition gefunden.

Von Robert Knotz. Erstellt am 21. Februar 2020 (13:15)
Firmenchef Roman Wendt (links) mit der am Firmengelände gefundenen Panzergranate. Andreas Herrmann (am Bild rechts) und sein Team suchen professionell nach Kriegsrelikten.
Hermann

Der Schreck war groß, als ein Mitarbeiter des Autohauses Intercar kürzlich das Gras an der Grundstückgrenze zum benachbarten ÖBB-Gelände mähen wollte. Er erblickte beim händischen Aussortieren von vermeintlichen Steinen eine Panzergranate, die halb in der Erde steckte.

Von der Geschäftsleitung wurde die Matzener Firma „EOR Munitionsbergung“ verständigt, die sich auf solche Funde spezialisiert hat. EOR-Chef Andreas Herrmann und sein Team bargen das Relikt und untersuchten im Auftrag von Intercar das gesamte Gelände.

Und sie wurden prompt fündig: Eine weitere Granate sowie ein funktionsfähiger Zünder konnten sichergestellt werden. Auch etliche Flakteile sollen durch die Experten gefunden worden sein. „Durch die Erschütterungen des Erdreiches – in diesem Fall durch die benachbarte Bahntrasse – wandern feste Körper wie Steine und natürlich auch Munition an die Erdoberfläche“, erläutert Experte Herrmann, der die Kriegsrelikte an den Entminungsdienst übergab.

Durch Fliegerbomben verteilt

Laut Herrmann handelt es sich bei dem Fund um sogenannte „versprengte Munition“, die durch unzählige Fliegerbomben in diesem Bereich verteilt wurde. „Das nördliche Niederösterreich war Schauplatz massiver Kämpfe in den beiden Weltkriegen. Dieses traurige Kapitel in der Geschichte wird heute kaum noch wahrgenommen. Es werden Grundstücke erschlossen, Wälder abgeholzt, die vorangegangene Generationen ganz bewusst gemieden haben“, so Herrmann weiter.

Er rät, sofort alle Arbeiten einzustellen und die unmittelbare Umgebung zu räumen, sobald Kampfmittel gefunden werden. Die Gegenstände sollten keinesfalls berührt bzw. die Lage verändert werden. Die Polizei (Notruf 133) sollte umgehend informiert werden.

Von der Exekutive werden dann weitere Maßnahmen wie die Verständigung des Entminungsdienstes veranlasst. „Es besteht kein Grund zur Panik. Unfälle mit Blindgängern passieren in der Regel nur, wenn an ihnen Veränderungen – bewegen, aufheben, manipulieren – vorgenommen werden“, schließt Kampfmittelbeseitiger Herrmann.