Gemeinderat: Ort steht nicht auf (Weinviertel-)Leitung. Sollüberschuss von 950.000 Euro sorgte für zufriedene Gesichter. Das Projekt „Weinviertel-Leitung“ wurde scharf kritisiert.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 10. März 2017 (02:45)
Zufriedenheit und Unmut lagen bei der März-Sitzung des Gemeinderates nahe beieinander. Der Rechnungsabschluss 2016 sorgte für lächelnde Gesichter, das Projekt „Weinviertel-Leitung“ dagegen wurde kritisiert.
NOEN, Mauritsch

Bei der März-Sitzung beschäftigten sich die Gemeinderäte im Wesentlichen mit zwei Themen: dem Rechnungsabschluss 2016 und der Stellungnahme zum Umweltverträglichkeitsverfahren des Projektes „Weinviertel-Leitung“. Beschlossen wurde auch der Neubau des Kinderspielplatzes im Ortsteil Silberwald.

Eines gleich vorweg: Die Zahlen des Rechnungsabschlusses 2016 dürften der Gemeinde wieder einen Platz ganz vorne im österreichischen Gemeinderanking (Anm. der Redaktion: im Vorjahr Platz 5) einbringen, entsprechend waren zufriedene Gesichter bei Listenbürgermeister Peter Hofinger und den Gemeinderäten zu bemerken.

Obwohl das Parkbad ein Minus von 52.000 Euro verursachte, konnte das Jahr mit einem satten Sollüberschuss in der Höhe von 950.000 Euro abgeschlossen werden. Mit Rücklagen von fast 4,3 Millionen Euro hat die Gemeinde ein gut gepolstertes Ruhekissen, zumal der Verschuldungsgrad nur ein Drittel der Rücklagen ausmacht.

Gemeinderat kritisierte fehlende Informationen

Weniger erbaut war der Gemeinderat über das Informationsverhalten der „Austrian Power Grid“ (APG) in Bezug auf den Bau der „Weinviertel-Leitung“.

Hofinger dazu: „Es wurde eine Postwurfsendung versprochen, die unseres Wissens nach nicht erfolgte. Der Wust an Unterlagen im Verfahren ist für den Normalbürger nicht zu bewältigen, wir hätten uns hier eine Zusammenfassung gewünscht.“

Die Gemeinde bringt eine Stellungnahme zum Umweltverträglichkeitsverfahren ein, die unter anderem bemängelt, dass keine Erdleitung in Betracht gezogen wurde, oder auch die Minderung des Erholung- und Wohnwertes. Hofinger dazu: „Nutzen wird es aber voraussichtlich nichts.“ Sein Dank galt Amtsleiter Kurt Stradner für dessen akribische Arbeit dazu.

Die Kinder dürfen sich freuen: Noch im Sommer wird ein neuer Kinderspielplatz im Ortsteil Silberwald auf einer Fläche von 1.300 Quadratmetern errichtet. Derzeit läuft die Ausschreibungsphase, mit der Fertigstellung ist im Herbst zu rechnen. Die Kosten dafür betragen rund 70.000 Euro.