„Liste Peter“ vs. Volkspartei: Tauziehen nach Wahlen. Bürgerliste moniert, dass die ÖVP den Abgang von Ortschef Peter Hofinger fordere. VP-Spitzenkandidat Alexander Gary: „An den Haaren herbeigezogen.“

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 16. Februar 2020 (05:50)
„Liste Peter“- Mitglied Robert Cvrkal blickt skeptisch in die politische Zukunft.
privat

Robert Cvrkal von der „Liste Peter“ beklagt den Umgangston der VP und vermutet in einem möglichen VP-Bürgermeister einen Befehlsempfänger der Bezirks- und Landespartei. Er sieht das Verschulden einer Nichteinigung mit der VP auf deren Seite.

Als von Beginn an sehr schwierig stuft Cvrkal die Verhandlungsgespräche mit der VP ein. Eine angebliche Forderung des Wahlsiegers bringt das „Liste Peter“-Mitglied allerdings auf die Palme. „Die Gespräche lassen sich mit der Forderung, dass Peter Hofinger wegmuss, auf den Punkt bringen“, ist Cvrkal erbost. Und weiter: „Die Liste Peter lässt sich sicher nicht erpressen, um Pfründe abzusichern.“ Man werde sich nun auf die Verhandlungen mit der SP konzentrieren, aber die Tür zur VP für konstruktive Gespräche offenhalten.

Und doch sieht Cvrkal die politischen Aussichten in der Gemeinde eher dunkelgrau: „Wir befürchten, dass die VP nichts unversucht lassen wird, eine eventuelle Einigung der ,Liste Peter‘ mit der SP zu torpedieren. Dies könnte durch Auszug aus dem Gemeinderat oder der Nichtannahme von Mandaten sein.“ Laut Cvrkal hätte dies Neuwahlen zufolge und würde Arbeitsverweigerung und massive Demokratiedefizite widerspiegeln. Die Vorwürfe gehen aber noch weiter: Cvrkal sieht schon im Wahlkampf der VP-Ortsgruppe unverhohlene Anbiederung und befürchtet, dass Bezirks- und Landesebene der VP in die Gemeinde hineinzuregieren versuchen. „Dem kann nur eine starke Persönlichkeit widerstehen. Ansonsten bleiben die Interessen der Gemeinde und der Bürger auf der Strecke“, malt Cvrkal schwarz.

„Die Liste befindet sich noch im Wahlkampf“

Was sagt VP-Spitzenkandidat Alexander Gary zu den Vorwürfen? „Das ist an den Haaren herbeigezogen. Die Liste Peter ist offensichtlich noch im Wahlkampf.“ Man werde den politischen Mitbewerber sicher nicht vorschreiben, wer ein Mandat annehmen soll oder nicht. „Ich habe einen anderen Zugang als die Liste. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit bedeutet jedoch keinesfalls, dass wir von den Nachbargemeinden oder vom Land gelenkt oder gar regiert werden“, lässt sich Gary keine Einflussnahme von außen unterstellen. „Sollte allerdings der Wählerwille nicht akzeptiert werden, behalten wir uns notwendige Schritte vor“, erhebt Gary den Führungsanspruch des Wahlsiegers.

Wie den Stellungnahmen von „Liste Peter“-Mitglied Cvrkal und VP-Spitzenkandidat Gary zu entnehmen ist, scheint die SPÖ mit ihren fünf Mandaten die „umworbene Braut“ in diesen Koalitionsverhandlungen zu sein. Ob diese Position eine angenehme und aussichtsreiche ist, wird sich allerdings noch weisen.