Lokalaugenschein: Gemeinde geht wieder baden. Das Parkbad ist im Sommer ein Besuchermagnet. Die NÖN traf sich mit Listenbürgermeister Hofinger am Beckenrand.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 31. Juli 2019 (04:01)
Mauritsch
Sebastian, Nina und Emily kommen aus Gänserndorf ins Parkbad Schönkirchen-Reyersdorf. Für ein Foto mit dem „Badewaschl“ und Bürgermeister Peter Hofinger waren sie sofort bereit.

Freitagnachmittag – das Thermometer zeigt weit über 30 Grad, die Sonne brennt vom Himmel. Glücklich, wer im Freibad sein kann. Das Parkbad Schönkirchen-Reyersdorf ist an diesen heißen Tagen Besuchermagnet.

51 Jahre hat das größte Freibad im Bezirk „auf dem Buckel“, der Gast bemerkt davon nichts. Die Anlage präsentiert sich bestens gepflegt. Auf der riesigen Liegewiese findet jeder sein Plätzchen, Baum- und Strauchgruppen spenden Schatten. Quirliger Betrieb herrscht im Kinderbecken.

Unter Aufsicht von Mama oder Papa oder auch der Großeltern planschen die Kleinen fröhlich drauf los und können nicht genug von der Rutsche bekommen. Andrang herrscht auch bei den beiden Sprungtürmen, wo unter den strengen Augen des Bademeisters mehr oder weniger elegante Hüpfer in das kühlende Nass getätigt werden. Vor allen die Burschen stehen hier im internen Wettbewerb. Ob man(n) damit die Blicke der anwesenden Weiblichkeit selben Alters auf sich ziehen möchte?

„Wir bekommen hier keinerlei Subventionen“

Die jedenfalls zeigt sich auf den ersten Blick unbeeindruckt und ist eher damit beschäftigt, ob der Bikini auch richtig sitzt. Vom Ein-Meter-Brett wagen schon mehr den „Köpfler“, sogar mit Anlauf. Sportliche ziehen im großen Becken ihre Runden und auch das Sitzen am Beckenrand scheint noch nicht aus der Mode gekommen zu sein. Bürgermeister Peter Hofinger (Bürgerliste) ist stolz auf das Badejuwel: „Wir schaffen den Badebetrieb aus eigener Kraft, ohne Hilfe von außen. Wir bekommen keinerlei Subventionen. Auch wenn es Jahr für Jahr einen Abgang gibt, ein Freibad kann niemals durch ein Hallenbad ersetzt werden.“ Ob dies eine Spitze gegen das gerade in Bau befindliche Regionalbad in Gänserndorf ist, lässt Hofinger mit einem Lächeln unkommentiert.

Das „Kneipp-Wetter“ des heurigen Sommers hinterlässt in den Besucherzahlen seine Spuren und damit wohl auch in der Kostenrechnung. Hofinger sieht das gelassen und betont: „Natürlich haben heute viele ihr eigenes Pool zuhause. Das Freibad ist aber zusätzlich Kommunikationszentrum und sozialer Treffpunkt in der Gemeinde.“ Um weiter anklingen zu lassen, dass sich „sein“ Parkbad hervorragend für die gerade diskutierten Schwimmkurse für Kinder eignen würde.

Wem nach so viel Badespaß Hunger und Durst quälen, ist in der Kantine mit vielen Sitzgelegenheiten gut aufgehoben. Snacks und Getränke werden konsumiert und natürlich darf bei Klein und Groß das eine oder andere Eis nicht fehlen. Kabinen und gepflegte Sanitäranlagen runden das Angebot ab.

Der große Parkplatz nimmt einiges an Besucherautos auf, wenn sich das auch nicht gänzlich durchgesprochen zu haben scheint. Mehr als 80 Prozent der Besucher kommen übrigens von auswärts – was nicht verwundert, ist die Auswahl an Alternativen im Bezirk nicht gerade berauschend.