Tierschutz: Viele Ziesel sind bereits überfahren. Wegen Sperre der L12 weichen Pkw- Fahrer auf Feldweg aus – und töten dabei Tiere.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 04. August 2019 (04:37)
Mauritsch
Listenbürgermeister Peter Hofinger, Konzernsprecherin Elena Menasse, Christian Enzendorfer und Helga Vogg (v.l.) von der OMV hoffen, dass die Warntafeln beachtet und dadurch künftig keine Ziesel mehr überfahrenwerden.

Schon seit Jahren lebt eine Zieselkolonie in und um die OMV-Gewinnungsstation Matzen VI – bislang unbehelligt. Die Sperre der L 12 hat jedoch negative Auswirkungen auf die possierlichen Tiere, etliche wurden bereits überfahren. Listenbürgermeister Peter Hofinger und die OMV Austria ergriffen nun die Initiative und stellten Warntafeln auf.

Wenn man eine Zeit lang ganz ruhig dasteht, kann man die flinken Tierchen gut beobachten. Flugs huschen sie von ihrem Bau in die angrenzenden Felder und wieder zurück. Jetzt ist die Idylle aber gestört. Das Gelände liegt eigentlich „mitten in der Gegend“, durch die baubedingte Sperre der Landesstraße 12 zwischen Schönkirchen-Reyersdorf und Auersthal mutierte die Feldstraße zum „Schleichweg“, leider nicht wörtlich.

„Das Fahrtempo ist zu schnell für die Tiere“

Zügig fahren Pkws und Firmenfahrzeuge vorbei. Hofinger beim Lokalaugenschein: „Das Tempo ist zu schnell für die streng geschützten Tiere, die nicht mehr rechtzeitig flüchten können. Das Ergebnis ist der Tod am Asphalt.“

Gut sichtbar sollen die Hinweistafeln die motorisierten Verkehrsteilnehmer zur Vorsicht mahnen – Fuß runter vom Gas und langsam vorbeifahren. Obwohl keine offizielle Umleitungsstrecke, nutzen Ortskundige die scheinbare Abkürzung. Ohnehin ist die Straße – schmal und kurvenreich – nicht geeignet für ein höheres Tempo. Manche wollen es anscheinend trotzdem wissen. Hofinger und die OMV appellieren mit den Warntafeln an die Vernunft der Autofahrer. Weitere gelbe Warnschilder sollen in Kürze dazukommen. Konzernsprecherin Elena Menasse zur NÖN: „Eine Informationstafel soll zusätzlich das Areal als Zieselgebiet ausweisen.“