Bürgerbefragung: 67 Prozent für Windkraft. Deutliche Mehrheit für neue Anlagen. VP-Bürgermeister ist erleichtert.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 21. Januar 2019 (15:38)
Mauritsch
VP-Bürgermeister Herbert Stipanitz hat gut lachen. Er sieht sich mit dem Ausgang der Bürgerbefragung zum Thema Windkraftausbau in seiner Meinung bestätigt.

Die Schlacht ist geschlagen, das Ergebnis der Bürgerbefragung liegt vor. Mit 67 Prozent Pro-Stimmen ist der Weg für den Windpark IV nun frei. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 71 Prozent. Schon einen Tag nach der Abstimmung standen die erforderlichen Tagesordnungspunkte auf der Agenda der Gemeinderatssitzung.

Sollen sieben neue Windräder kommen oder nicht? Das Thema polarisierte die Gemeinde in den letzten Monaten. Pro- und Contra-Bewegungen formierten sich, mit Informationsveranstaltungen und Aussendung wurde bis zuletzt um jede einzelne Stimme gebuhlt. Die Gruppe zur Erhaltung des Naherholungsgebietes Neusiedler Wald war dagegen.

„Wir haben nicht die Macht des Geldes hinter uns, doch wir lieben die Schönheit unserer Heimat“, war am Postwurf der Bürgerinitiative zu lesen. Die Betreiberfirma W.E.B. wiederum propagierte ein generelles Ja zur Windkraft und argumentierte mit Klimawandel und der Notwendigkeit von erneuerbarer Energie. Eine Unmenge von Plakatständern der W.E.B. pflasterte die Gemeinde zu, diese mussten allerdings am Tag vor der Abstimmung entfernt werden, weil sie nicht genehmigt waren.

"Entscheidung des Gemeinderates nun demokratisch abgesichert"

VP-Bürgermeister Herbert Stipanitz sieht sich in seinen Ansichten bestätigt: „Ich bin über das deutliche Ergebnis erleichtert. Bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die heute ihre Stimme abgegeben und die Chance zur Mitbestimmung genutzt haben, möchte ich mich sehr herzlich dafür bedanken. Es war mir besonders wichtig, dass sich die Bevölkerung aufgrund der umfangreichen Information selbst ein Bild machen konnte.“ Stipanitz geht nun gestärkt in die Umsetzung des Projektes.

Eines haben die Diskussionen außerdem bewirkt: Stipanitz sieht diese Bürgerbefragung auch als Aufforderung an die Politik, die Bürger mehr in kommunale Entscheidungsprozesse einzubinden. So soll es hinkünftig Arbeitskreise und Veranstaltungen zum Mitreden geben.

Das sieht übrigens auch die Sprecherin der Bürgerinitiative Edith Pawlik positiv: „Das wenigstens haben wir erreicht und die Entscheidung des Gemeinderates ist nun demokratisch abgesichert.“