Debatte: Wer gewinnt Windkraft-Streit?. Gegner und Befürworter erneuerbarer Energien lieferten sich einen spannenden Schlagabtausch, um Bürger zu überzeugen.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 18. Januar 2019 (05:32)
W.E.B.
Die Fotomontage der W.E.B. zeigt den Blick vom südöstlichen Ende der Siedlung „Am Hofstadl“ zum geplanten Windpark. Der Abstand zu den Windkraftanlagen liegt zwischen 1,6 km und 2,8 km.

Nur noch wenige Tage bis zur Bürgerbefragung und Windradbefürworter sowie -gegner legen sich mächtig ins Zeug, um die Bevölkerung mit ihren jeweiligen Argumenten zu überzeugen.

Die W.E.B. bot bei ihrer Informationsveranstaltung mit Alexander Simader, Klima- und Energie-Modellregionmanager, und Peter Molnar gleich zwei Moderatoren auf. Molnar versuchte mit einer emotionalen Brandrede, die Besucher von der Notwendigkeit des Umstieges auf erneuerbare Energien zu überzeugen und bemühte für die Gegner sogar das „Florianiprinzip“.

„Derzeit beträgt der Anteil der Windenergie 12 %, bis 2030 soll der Prozentsatz auf 26 steigen, um die Klimaziele zu erreichen. Das bedeutet rund 1.000 neue Anlagen“, fasst Molnar zusammen. Arnold Kainz, Leiter der Projektierungsabteilung des Betreibers, legt unaufgeregt die fachlichen Details zum geplanten Windpark IV vor. Insgesamt ist es eine Fülle von Zahlen und Statistiken, die transportiert wurden. Kernaussage: Der Umstieg auf erneuerbare Energie ist notwendig, um den Klimawandel abzuwenden.

Mauritsch
FP-Landtagsabgeordneter Dieter Dorner (l.) berichtete beim Bürgercafé über ähnliche Erfahrungen in Untersiebenbrunn. Die Mitglieder der Bürgerinitiative, hier mit Sprecherin Edith Pawlik (3.v.l.), setzten auf persönliche Gespräche mit den Besuchern.

Die anschließende Diskussion erfolgte überraschend ruhig, auch wenn Hardliner unter den Gegnern höflich, aber bestimmt „abgestellt“ wurden. Dass hier mehr Befürworter als Kritiker anwesend waren, ließ sich vom spontanen Szenenapplaus ableiten. Mit dabei waren auch einige Mitglieder des Gemeinderates, VP-Bürgermeister Herbert Stipanitz war nicht unter ihnen.

Mit sehr viel weniger Budget, aber ebenso viel Engagement ging das Bürgercafé der Gegner des Ausbaus einige Tage später über die Bühne. Auch hier wurden penibel recherchierte Daten präsentiert. Der Fokus lag mehr auf Einzelgesprächen, um das Hauptanliegen der Bürgerinitiative zu transportieren. „Spannberg hat seinen Beitrag bereits geleistet. Das geplante Errichtungsgebiet ist die einzige noch freie Blickrichtung“, so Sprecherin Edith Pawlik. Sie wehrt sich auch heftig gegen mehr oder weniger verbrämte Anschuldigungen, die Bürgerinitiative blockiere mit ihrem Nein zu weiteren Windrädern die Energiewende. FP-Landtagsabgeordneter Dieter Dorner machte sich ein Bild von der Lage: „Wir hatten in Untersiebenbrunn eine ähnliche Situation.“

Sonntag, den 20. Jänner, ist nun Gelegenheit zur Abstimmung. Spannend ist nicht nur der Ausgang, sondern auch, wie viele Bürger beide Seiten jeweils mobilisieren können.