Stadtrat droht mit Klage

Erstellt am 18. September 2012 | 00:00
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Polit-Streit / SP-Stadtrat Csucker fordert VP-Stadträtin Beck auf, ihre Behauptung, dass Csuckers Firma neue Fenster in desolates Kinderhaus eingebaut hatte, zurückzunehmen.
Von Thomas Schindler

GÄNSERNDORF / Zwischen SPÖ-Stadtrat Franz Csucker und ÖVP-Stadträtin Christine Beck fliegen derzeit die Fetzen. Der rote Politiker droht sogar damit, seine schwarze Kontrahentin zu verklagen. Wie die NÖN berichtete, hatte Beck behauptet, dass Csuckers Firma in das abbruchreife Kinderhaus in der Eichamtstraße, das 2009 um 26.000 Euro saniert worden war, neue Fenster eingebaut hatte.

Der SP-Politiker ist mehr als sauer: „Im Kinderhaus wurden von meiner Firma noch nie Fenster eingebaut. Im Rathaus wird man dies bestätigen. Becks Aussage suggeriert, dass die Gemeinde, um meiner Firma ein Geschäft zukommen zu lassen, dort sinnlos saniert hat. Das empfinde ich im Hinblick auf den guten Ruf und der guten Bonität meines Unternehmens als Ruf schädigend.“ Csucker fordert der VP-Politikerin auf, ihre Behauptung zurückzunehmen. Andernfalls werde sie einen Brief von seinem Anwalt bekommen.

Was sagt Beck dazu? „Ich habe Fotos von 2002, die belegen, dass das Kinderhaus damals andere Fenster hatte als jetzt. Auf der Gemeinde sagte man mir, dass nie neue Fenster eingebaut wurden. Von irgendjemandem müssen ja die Fenster stammen, die kamen sicherlich nicht vom Lieben Gott. Die SP-Bürgermeisterpartei wird sich jetzt also warm anziehen müssen.“

„Sollte ich mich irren, 

Wie kommt Beck eigentlich darauf, dass die neuen Fenster von Csucker stammen? „Weil das naheliegend ist. In den letzten Jahren wurden in alle Gemeinde-Gebäude Csucker-Fenster eingebaut. Sollte ich mich beim Kinderhaus irren, werde ich mich natürlich bei Csucker entschuldigen. Vorher muss ich aber noch diese dubiose Fenster-Geschichte recherchieren.“

Der SP-Stadtrat wünscht ihr dabei viel Glück: „Den Namen meiner Firma wird sie sicherlich nicht finden.“ Was ist mit dem Seitenhieb, dass Csuckers Firma in letzter Zeit alle Gemeinde-Gebäude mit Fenstern ausgestattet hat? „Da spricht offenbar der blanke Neid. Ich bin eben ein tüchtiger Geschäftsmann, der die Ausschreibungen gewonnen hat, weil ich die günstigsten Anbote gelegt habe. So sehen freie Marktwirtschaft und Wettbewerb aus.“