Corona-Erleichterungen: Blaue wollen Gutscheine. Die FPÖ fordert eine Lösung für Geschäfte und Gastronomie, ähnlich wie in Wien. Die Anträge wurden mit der Mehrheit von SPÖ und ÖVP abgelehnt.

Von Robert Knotz. Erstellt am 24. September 2020 (04:24)
FP-Gemeinde-rätin Brigitte Slama will Erleichterungen für Bürger.
privat

VP-Gemeinderat Andreas Gruber: „Anträge waren unglücklich formuliert.“
ÖVP

„Warum haben die SPÖ und die ÖVP eine Hilfe für die Unternehmen in Strasshof abgelehnt?“, fragt FP-Gemeinderätin Brigitte Slama. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hatten die Blauen diesbezüglich zwei Dringlichkeitsanträge gestellt: Die Gemeinde solle den Bürgern jeweils ein Konsumationsgutschein, einlösbar in einem Wirtschaftsbetrieb, und einen weiteren, einlösbar in einem Gastronomiebetrieb, zur Verfügung stellen.

„Dies wäre eine kleine Abhilfe für die Firmen Strasshofs gewesen. Ähnlich wie in Wien, dort gibt es auch Gastronomiegutscheine, die den Haushalten zugeschickt wurden“, so Slama weiter. Anscheinend habe der Wiener Gemeinderat etwas mehr Weitblick. In Strasshof wurde der Erlass der Kindergartengebühren im Zeitraum des Ausgeh- und Kontaktverbotes beschlossen.

Deltl: „FPÖ kennt Hintergründe nicht“

SP-Ortschef Ludwig Deltl hält Aktion für „nicht finanzierbar“.
NÖN

Dazu meint Slama: „Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Gebühren nicht eingehoben werden, wenn keine Leistung erbracht wird.“ SP-Bürgermeister Ludwig Deltl ist da ganz anderer Meinung: „Es reicht nicht, populistische Anträge zu formulieren, ohne die Hintergründe zu kennen.“ Erstens sei aus dem Antrag nicht hervorgegangen, welche Wirtschaftsbetriebe gemeint waren. „Billa, Penny, Hofer und Co. sind für mich keine heimischen Firmen“, so Deltl. Zweitens fragt sich der Ortschef, wie die Finanzierung der Aktion aussehen hätte sollen.

„Wir verzeichnen seit Beginn der Coronakrise ein monatliches Ertrags-Minus zwischen 30 und 70 Prozent. Das ist der Weitblick der FPÖ.“ Außerdem gehe es nicht nur um den Kindergarten: Im Gemeinderat seien Erleichterungen für die Strasshofer im Ausmaß bis zu 140.000 Euro beschlossen worden. „Die Anträge wurden derart unglücklich formuliert, dass eine Zustimmung nicht möglich war“, meint VP-Gemeinderat Andreas Gruber dazu.

Und weiter: „Abgesehen davon, dass in den Gemeinden die Einnahmen völlig wegbrechen und wir uns solche Aktionen derzeit absolut nicht leisten können.“