Mythen rund ums Auge. Optikermeister René Litzenberger räumt mit weit verbreiteten Binsenweisheiten auf.

Von Robert Knotz. Erstellt am 23. Mai 2019 (05:07)
Symbolfoto: Schindler
Das Auge ist eines der wichtigsten Sinnesorgane.

Ex-SP-Gemeinderat und der Strasshofer Optikermeister René Litzenberger räumt im NÖN-Gespräch mit geläufigen Mythen rund um eines unserer wichtigsten Sinnesorgane auf.

NÖN: Bleiben die Augen stecken, wenn man schielt?

Litzenberger: Wer hat den Satz nicht schon mal von den Eltern oder Freunden gehört? „Hör auf zu schielen, sonst bleiben deine Augen stecken.“ Nein. Beabsichtigtes Schielen hat keine Konsequenzen, daher gibt es nichts zu befürchten. Jedoch sollte unbeabsichtigtes Schielen immer abgeklärt werden.

Verwöhnt man seine Augen mit einer Brille?

Nein. Die benötigten Dioptrien hängen mit der Baulänge des Auges zusammen und nicht mit einem vernachlässigten Augenmuskel.

Werden die Augen durch den Computer schlechter?

Nein. Der Computer wirkt sich nicht auf unsere Sehleistung oder auf unsere Dioptrien aus. Jedoch ist ein langes Arbeiten auf eine Computerdistanz für die Augen sehr ermüdend. Von der Natur ist das Auge so beschaffen, dass es entspannt in die Ferne sieht und mit Muskelkontraktion in die Nähe fokussieren kann. Also können lange Nah- und Mittel-Distanz-Arbeiten das Auge erschöpfen. Es empfiehlt sich hier, ab und an eine kurze Pause einzulegen, um die Augen zu entspannen.

Im Winter ist doch keine Sonnenbrille nötig – oder etwa doch?

Die Augen sind im Winter nicht sicherer und oftmals sogar gefährdeter als im Sommer. Die tief stehende Sonne trägt dazu bei, dass wir viel öfter in die Gelegenheit kommen, dass wir in die Sonne schauen. Noch dazu werden die Sonnenstrahlen durch den flachen Einfallswinkel vom Boden reflektiert und das Auge unterliegt einer doppelten UV-Belastung. Verstärkt wird dieser Effekt, wenn noch dazu Schnee liegt. Daher ist bei Schnee immer eine Brille anzuraten, die mit UV-Schutz versehen ist.

Schadet Rauchen den Augen?

Ja. Im Auge befinden sich die feinsten Blutgefäße des gesamten Körpers und somit auch die empfindlichsten. Eine schlechte Durchblutung kann Netzhautregionen nachhaltig schädigen. Die Sehfähigkeit dieser Haut lässt im Alter nach und das Rauchen verstärkt diesen Vorgang zudem.

Verbessern Karotten die Sehkraft?

Ja und nein. Das in Karotten enthaltene Beta-Carotin kann vom Körper in Vitamin A umgewandelt werden. Die Netzhaut benötigt dieses Vitamin, wodurch es auch wichtig für die Sehkraft ist, genauso wie es auch für viele andere Dinge im Körper wichtig ist. Ein Mangel an Vitamin A führt oftmals zuerst zu Nachtblindheit. Obwohl Vitamin A also unbestritten gut für das Auge ist, verbessert es die Sehkraft nicht. Es trägt nur dazu bei, dass die Sehleistung möglichst gleich gut erhalten bleibt.