Parkplatzproblematik: Bebauungsplan im Visier. VP-Gemeinderat Wörner will auch für kleinere Wohnungen zwei Stellplätze. SP-Ortschef Deltl lehnt dies ab.

Von Robert Knotz. Erstellt am 07. März 2019 (04:33)
ÖVP
Die VP-Gemeinderäte Achim Wörner und Andreas Gruber kritisieren den Bebauungsplan.

VP-Gemeinderat Achim Wörner kritisiert die Änderung des Bebauungsplans. Wie die NÖN bereits in der jüngsten Ausgabe berichtete, ist die Neufassung seit Februar gültig.

Es geht darum, wie viele Autoabstellplätze beim Neubau von Wohnraum geschaffen werden müssen. „Grundsätzlich begrüßen wir diesen Schritt. Da dies aber nur für Wohneinheiten ab 80m² gelten soll, haben wir bei der letzten Gemeinderatssitzung einen Antrag eingebracht, der auch für kleinere Wohneinheiten diese zwei Stellplätze vorsehen soll“, so Wörner im NÖN-Gespräch.

"Wird die Parkplatzproblematik weiter verschärfen"

Und weiter: „Leider wurde der Antrag mehrheitlich abgelehnt. Dies ist für die VP-Strasshof unverständlich, da die Parkplatzproblematik gerade beim Großwohnungsbau allgemein bekannt sein dürfte.“

Wörner spricht damit dezidiert die Parkplatznot in den überaus engen Straßen an. „Der Faktor 1,5 für Wohneinheiten unter 80m² ist einfach unrealistisch und wird die Parkplatzproblematik weiter verschärfen und nicht entlasten“, schließt der VP-Mandatar.

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SP-Bürgermeister Ludwig Deltl verteidigt den Beschluss.

SP-Bürgermeister Ludwig Deltl rechtfertigt den Beschluss: „Genossenschaftlicher Wohnbau unter 80 m² entsteht nur am Bahnacker, dort hatten wir bis jetzt 1,5 Stellplätze vorgeschrieben. Durch diese neue Regelung sind für große Wohnungen über 80m² ebenfalls zwei Parkplätze vorgeschrieben.“ Eine generelle Erhöhung, wie von der ÖVP vorgeschlagen, würde aus seiner Sicht die Wohnungen verteuern.

Im Hinblick auf leistbaren Wohnraum sei dieser Kompromiss gewählt worden. Der Bürgermeister weiter: „Werden im Ortsgebiet neue Häuser (Doppelhäuser, Reihenhäuser, Einfamilienhäuser) gebaut, sind diese üblicherweise alle größer als 80m² und daher müssen zwei Parkplätze auf Eigengrund errichtet werden. Bei diesen Objekten in Größenordnungen von über 300.000 Euro ist dieses Problem sicher lösbar.“