Tauziehen um Spielplatz

In Strasshof streiten SPÖ und ÖVP darum, wer die Idee zum Spielplatz am Bahnacker hatte. Laut SPÖ-Gemeinderat Walter Litzenberger wäre der Platz schon länger geplant und die ÖVP hätte Bescheid gewusst. ÖVP-Gemeinderat Franz Schaller kontert.

Robert Knotz Erstellt am 24. September 2021 | 05:41
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Der geschäftsführende SPÖ-Gemeinderat Walter Litzenberger mit seinem Enkel an jener Stelle, an der der neue Spielplatz entstehen soll.
Foto: privat

Der geschäftsführende SPÖ-Gemeinderat Walter Litzenberger hat sich jetzt in der Causa rund um den von der ÖVP in der Vorwoche geforderten Spielplatz am Bahnacker zu Wort gemeldet – das parteipolitische Tauziehen geht somit weiter.

Hier ein kurzer Rückblick: Die ÖVP, darunter federführend die Gemeinderäte Gertrude Randak und Franz Schaller, hatte in der Vorwoche die Errichtung eines Spielplatzes in der neu gebauten Siedlung am Bahnacker gefordert ( die NÖN berichtete ). „In der rasch anwachsenden Siedlung gibt es bereits eine Hundezone, aber keinen Spielplatz für den Nachwuchs, der dort angesiedelten, meistens jungen Familien“, hieß es seitens der Volkspartei.

In dem von Litzenberger geleiteten Ausschuss (Jugend, Kindergärten, Kinderkrippe und Spielplätze) sei bereits vor längerer Zeit besprochen worden, dass am Bahnacker ein Themenspielplatz entstehen wird. „In diesem Ausschuss bin ich der Vorsitzende und Schaller ist mein Stellvertreter. Als dieser weiß er seit eineinhalb Jahren, dass dort ein Themenspielplatz entstehen wird. Er wurde von mir persönlich darüber informiert“, so der SPÖ-Politiker.

Streit darum, wer Initiator für Projekt war

Das Spielplatz-Projekt wäre auch auf der SPÖ-Homepage im Wahlprogramm 2020 bis 2025 angekündigt worden und für jedermann ersichtlich gewesen. „Aber dass ÖVP-Gemeinderat Schaller in einer noch nie da gewesenen Zeit der Pandemie, in der viele Gemeinden ums Überleben kämpfen, einen Spielplatz fordert, der ohnehin demnächst entstehen wird, halte ich für einen plumpen Versuch, die Bevölkerung zu täuschen. Oder es geschah dies nur, um später behaupten zu können, der Initiator für das Projekt gewesen zu sein“, schließt Litzenberger.

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ÖVP-Gemeinderat Franz Schaller forderte einen Spielplatz am Bahnacker.
ÖVP

Schaller stellt sich den Vorwürfen: „In der aktuellen Gemeinderatsperiode hat erst eine einzige Ausschusssitzung stattgefunden, und zwar die konstituierende. Allseits bekannt ist, dass in den Wahlprogrammen jeder Partei möglichst alle Themen angesprochen werden, um irgendwann zu sagen ,wir haben es im Programm gehabt‘.“

Und weiter: „Im Wahlprogramm der SPÖ vom Jänner 2020 ist auf Seite 15 zum Thema ein einziger Satz zu lesen: Am dicht besiedelten Bahnacker soll der erste Strasshofer Themenspielplatz entstehen.“ Was man seitens der SPÖ unter einem „Themenspielplatz“ versteht, wäre nicht weiter konkretisiert und bisher auch nicht näher erläutert worden. „Wir hingegen sprechen von einem ,Generationenspielplatz‘, der als Begegnungszone für Jung und Alt dienen soll.“ Tatsache sei, dass sich die Bewohner dieses Viertels mit dem Anliegen an die ÖVP gewandt hätten und nicht an den zuständigen Gemeinderat Litzenberger.

„Es dürfte jedem bekannt sein, dass sich die finanzielle Situation in den Gemeinden durch die angesprungene Konjunktur maßgeblich verbessert hat. Deswegen sind wir mit unserer Forderung auch erst jetzt an die Öffentlichkeit gegangen“, so Schaller abschließend.