Stromstoß für Kupferdieb

Erstellt am 18. September 2012 | 00:00
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
15.000-Volt / Ein Diebstahlversuch in Angern legte die Nordbahnstrecke für mehrere Stunden lahm. Einer der Täter bekam laut ÖBB einen starken Stromschlag ab.
Von Erich Wessely

ANGERN / Ein gänzlich schief gelaufener Diebstahlversuch legte in der Nacht von Sonntag auf Montag für mehrere Stunden die Nordbahnstrecke lahm.

Was war passiert? Gegen 1 Uhr in der Früh meldete der Lokführer eines Güterzuges starke Rauchentwicklung auf der Höhe von Angern. Die sofort alarmierte örtliche Feuerwehr entdeckte daraufhin das in Brand stehende Unterwerk des Bahnhofs und begann mit den Löscharbeiten. Der oder die unbekannten Täter hatten das Kabel zur Stromrückführung durchtrennt - es kam zu einem Kurzschluss. Zwischen Gänserndorf und Bernhardsthal konnten keine Züge mehr verkehren, zur Überbrückung wurden Dieselloks und Busse eingespannt.

Seit gestern, Montag, 13.20 Uhr laufe der Betrieb wieder halbwegs normal, erklärt ÖBB-Sprecher Christopher Seif im NÖN-Gespräch. „Es waren wieder einmal Kupferdiebe unterwegs.“ Diesmal blieb es aber beim Versuch. Einer der Täter dürfte beim Kappen des Kabels nämlich einen 15.000-Volt-Stromstoß abbekommen haben, so ÖBB-Sprecher Herbert Ofner gegenüber der NÖN. „Dieser Vorfall dürfte die Täter abrupt gestoppt haben. Gestohlen wurde nämlich nichts“, ergänzt Seif.

Auf derartige Spekulationen möchte man sich seitens des Bezirkspolizeikommandos Gänserndorf nicht einlassen: „Das ist zwar möglich, uns ist aber diesbezüglich nichts bekannt.“ Seitens der Polizei wurde jedenfalls noch in den frühen Morgenstunden eine Eilfahndung im Nahbereich eingeleitet, die aber ergebnislos blieb.

Die genaue Schadenssumme konnte bis Redaktionsschluss seitens des ÖBB-Konzerns noch nicht genannt werden. Jedoch übersteige der Gesamtschaden mit Sicherheit 50.000 Euro, heißt es.