Supermarkt für Süd?

Erstellt am 11. Dezember 2012 | 00:00
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Knalleffekt / 4.000 Einwohner großer Stadtteil könnte endlich seinen ersten Supermarkt bekommen. Standort: Neben Kindergarten. Gemeinde verhandelt derzeit mit Interessenten.
Von Thomas Schindler

GÄNSERNDORF-SÜD / In der Bezirkshauptstadt leben derzeit - inklusive Zweitwohnsitzer - an die 12.000 Menschen. Etwa 8.000 davon in der Stadt, wo Billa, Spar, Hofer, Lidl, Penny und Zielpunkt mit ihren Zweigstellen vertreten sind, und rund 4.000 in Süd. Dort aber sucht man einen Supermarkt vergeblich. Das könnte sich bald ändern.

Wie die NÖN erfuhr, gibt es einige Interessenten, die in Gänserndorf-Süd eine Marktfiliale eröffnen wollen. Viele Jahre, nachdem die beiden Greißlereien beim Sportplatz und in der Waldheimstraße für immer ihre Pforten schlossen, könnten die „Südler“ nun wieder einen Nahversorger bekommen. Der einzig realistische Standort für das Geschäft wäre neben dem Kindergarten „Wolkenschiff“ - das Grundstück gehört der Gemeinde.

SPÖ-Vizebürgermeister Josef Daubeck, er ist auch Ortsvorsteher von Gänserndorf-Süd, gibt sich im NÖN-Gespräch ungewöhnlich wortkarg: „Es stimmt, es gibt mehrere Supermarkt-Ketten, die Interesse zeigen. Derzeit stehe ich mit diesen in Verhandlungen. Mehr sage ich zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht dazu.“

Daubeck bestätigt noch, dass der Platz neben dem sechsgruppigen Kindergarten an der Kreuzung Neusiedler Straße/Oed Aigenstraße ideal wäre. So könnten die Eltern, die ihre Sprösslinge täglich in den Kindergarten bringen, hier gleich ihre Einkäufe tätigen.

Problem: Zerstreutes 

Die Frage bleibt trotzdem, ob sich eine Supermarkt-Kette tatsächlich traut, in Süd eine Filiale zu bauen. Von den Einwohnerzahlen her spricht zwar nichts dagegen, das Problem ist aber, dass Gänserndorf-Süd so groß und zerstreut ist. Jene, die im Safaripark-Viertel leben, sind relativ schnell im Gewerbepark in der Bodenzeile, wo gleich mehrere Nahversorger angesiedelt sind. Und jene, die an der Grenzstraße wohnen, brauchen auch nicht lange, um zu einem Diskonter in Strasshof zu gelangen.

Ein weiterer Haken: Supermärkte stellen ihre Gebäude eigentlich nie ins „Niemandsland“. Sie suchen immer Standorte, wo schon andere Geschäfte (Parfümerie-, Mode- und Schuhketten) vorhanden sind bzw. bauen mit diesen gleichzeitig einen kleinen Shopping-Park.

Trotzdem: Für die 4.000 Südler, die ohnehin kaum eine Infrastruktur haben, wäre ein Supermarkt auf jeden Fall ein Gewinn und vielleicht der Startschuss für ein richtiges Ortszentrum, an dem die Politik schon seit Jahren bastelt, aber das bis heute nur eine Vision ist.