Toilette zugesperrt: ÖBB-Kundin sauer

Erstellt am 28. Jänner 2014 | 23:59
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Das WC im Bahnhofsgebäude war wegen Vandalismus geschlossen. In der Not musste Frau den Schutz hinter Büschen suchen.
Von Erich Wessely

DRÖSING, ZISTERSDORF / Die Zistersdorferin fuhr kürzlich mit Bus und Zug über Drösing nach Wien und wieder zurück. Bei der Heimfahrt musste die Frau nach dem Aussteigen aus der Nordbahn in Drösing eine halbe Stunde Wartezeit auf den Anschlussbus nach Zistersdorf in Kauf nehmen.

„Das Bahnhofsgebäude war angenehm warm, nur musste ich dringend auf die Toilette“, erzählt die ÖBB-Kunden der NÖN. Das Dilemma: Die Bahnhofstoilette war zugesperrt. Ein Zettel an der Tür lieferte sogleich die Begründung: „Wegen Vandalismus geschlossen. Schlüssel während der Öffnungszeiten am Schalter abzuholen.“ Der Schalter war aber zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht besetzt und die Frau ortsunkundig: „Rund um das Bahnhofsgebäude gab es keine Möglichkeit eine Toilette zu benutzen.“

In der Not wurde Schutz hinter Gebüschen gesucht, dabei kam zumindest die einbrechende Dunkelheit zu Hilfe. Um dieser unangenehmen Situation künftig auszuweichen, werde die Frau „das nächste Mal sicher vor dem Ausstieg die Zugstoilette benutzen“.

Vandalismus für die ÖBB als Hauptgrund der Schließung

ÖBB-Sprecher Christopher Seif kennt derartige Probleme: „Die ÖBB haben an rund 400 Bahnhöfen und Haltestellen WC-Anlagen für ihre Kunden. Für die Reinigung und Wartung fallen jährlich rund 3 Mio. Euro Kosten an. Bei kleineren Verkehrsstationen steht dieser Aufwand oft in keinem Verhältnis zur Nachfrage seitens der Fahrgäste. Gerade bei Stationen mit geringer Kundenfrequenz zeigt sich leider immer wieder, dass WC-Anlagen durch Vandalismus beschädigt werden.“

Und Seif abschließend: „Wenn sanierte Anlagen immer wieder innerhalb kürzester Zeit demoliert werden, ist das eine untragbare Situation, wo weder der Aufwand für ständige Sanierungen finanzierbar ist noch die finanziellen Mittel sinnvoll eingesetzt wären.“