Was tun gegen Leerstand?

Velm-Götzendorf möchte gemeinsam mit Leader-Region leer stehenden Gebäuden den Kampf ansagen. Und: Einstimmiger Beschluss zur Vergabe der Bauarbeiten an der Landesstraße 17.

Erstellt am 28. Februar 2021 | 03:47
440_0008_8031999_mar08sw_haasimaske.jpg
ÖVP-Bürgermeister Gerald Haasmüller führte durch die Gemeinderatssitzung.
Foto: Mauritsch

Beherrschendes Thema der Gemeinderatssitzung war der Leerstand im Ort. Mit einem Projekt sollen jetzt Möglichkeiten gefunden werden, leer stehende Gebäude und Grundstücke sinnvoll zu nützen. Weitere Themen waren Straßenbauarbeiten, Beleuchtung sowie der Beitritt zur Topothek.

Leerstände im Ortsverband in den Griff zu bekommen, ist bereits seit einigen Jahren Thema im Bezirk. Mit einem Förderungsprojekt der Leader-Region Ost soll nun wieder Bewegung in die Angelegenheit kommen. Nur fünf Gemeinden werden teilnehmen können, Velm-Götzendorf möchte eine davon sein. Dazu ist die Ausarbeitung eines Maßnahmenkataloges notwendig. Per Videokonferenz war bei der Sitzung die Firma Nonconform, ein Büro für Architektur und partizipative Entwicklung, zugeschaltet. Es wurde eine mögliche Vorgangsweise präsentiert.

Wichtig sei dabei die breite Einbindung der Bevölkerung. ÖVP-Bürgermeister Gerald Haasmüller befürwortet die Teilnahme am Projekt: „Wir könnten damit Vorzeigegemeinde werden.“ Der Präsentation folgte eine für diesen Gemeinderat epische Diskussion über das Für und Wider. Geschäftsführender ÖVP-Gemeinderat Werner Breyer äußerste Befürchtungen, dass Bauplätze aufgrund des günstigen Quadratmeterpreises von Bauträgern aufgekauft werden könnten und machte einen fertigen Bebauungsplan zur Bedingung für seine Pro-Stimme.

ÖVP-Peer: „Brauchen ein Zukunftskonzept“

Für ÖVP-Gemeinderätin Sandra Peer war wichtig, dass ein Zukunftskonzept einfließt. Man einigte sich schlussendlich auf die Vorbedingungen: fertiger Bebauungsplan, langfristiges Konzept, Umsetzung von mindestens einer Maßnahme und dass ein Verkauf keine Maßnahme ist. Der Beschluss wurde mit der Gegenstimme der FPÖ sowie den Enthaltungen von Vizebürgermeister Karl Starnberger und ÖVP-Gemeinderat Alfred Lehner gefasst.

Einstimmig fielen die Beschlüsse für die Vergabe der Bauarbeiten der Nebenanlagen an der Landesstraße 17 mit rund 250.000 Euro sowie der Beitritt zur Topothek aus. Letzteren kommentierte FPÖ-Gemeinderat Theodor Eßl trocken: „Endlich etwas Sinnvolles.“

Obwohl die Leader-Förderung für die Topothek schon lange abgelaufen ist, werden die Einrichtungskosten von rund 400 Euro kulanzhalber übernommen. Der Punkt „Straßenbeleuchtung – Vertrag mit der EVN“ wurde zur Klärung einiger rechtlicher Fragen vorerst vertagt.