Gänserndorf

Erstellt am 03. Januar 2019, 04:00

von Manuel Mattes

Jugendschutz: Bezirk Gänserndorf ist gerüstet. Spirituosen & Tabakwaren dürfen künftig erst ab 18 konsumiert werden. Wirte und Veranstalter sehen das gelassen.

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Das neue Jugendgesetz, das mit 1. Jänner 2019 bundesweit in Kraft tritt und unter anderem beim Konsum von Spirituosen sowie Tabakwaren Verschärfungen vorsieht (beides ist künftig erst ab 18 Jahren erlaubt), sorgt auch im Bezirk für reichlich Gesprächsstoff: Neben Gastronomen sind weiters Vereine, die Veranstaltungen abhalten, sowie Jugendliche selbst betroffen.

Andreas Hirsch: „Die Jugendlichen sind nicht zu beneiden, Angst vor einem Umsatzrückgang habe ich aber nicht.“  |  NÖN-Archiv

Die NÖN fragte bei Andreas Hirsch, Betreiber des Lokals „Extremhirsch“ und bekannt als FPÖ-Kritiker, auf der Gänserndorfer Bahnstraße nach, wie er zu den neuen Vorschriften steht: „Wenn ich da an meine jungen Jahre zurückdenke, dann sind die Jugendlichen derzeit sicherlich nicht zu beneiden“, merkt Hirsch an.

Befürchtet er Umsatzeinbußen aufgrund der strengeren Gesetze? „Nein, beinahe alle meine Gäste sind jenseits der kritischen Altersgrenze von 18 Jahren, daher erwarte ich finanziell keine negativen Auswirkungen. Denn Lokale, in denen die Eltern verkehren, sind für die Jugend meistens ohnehin tabu.“ Probleme ortet er allerdings bei der praktischen Umsetzung der verschärften Gesetze. Man habe sich natürlich auch schon bis dato an geltendes Recht gehalten, einfacher werde es aber künftig mit Sicherheit nicht.

Apropos praktische Umsetzung: Wie diese konkret aussehen wird, weiß Chef-Kriminalist Gerald Reichl: „Sollten Jugendliche unter 18 Jahren mit Tabakwaren oder Spirituosen angetroffen werden, dann beschlagnahmen die Beamten die Gegenstände und liefern sie bei der Bezirkshauptmannschaft ab. Das war allerdings bis jetzt auch schon so.“

Chef-Kriminalist Gerald Reichl: „Präventionsbeamte werden Jugendliche über die Neuerungen detailliert aufklären.“  |  NÖN-Archiv

Konkrete Schwerpunkt-Aktionen werde es allerdings aufgrund der neuen Gesetzeslage nicht geben. Sehr wohl würden aber die Präventionsbeamten an Bildungseinrichtungen Jugendliche über die Neuerungen informieren.

Ebenfalls betroffen vom verschärften Jugendschutz sind Organisationen, die Events abhalten, so natürlich auch das Rote Kreuz. Bezirksstellenleiter Thomas Hasenberger erklärt im NÖN-Gespräch: „Wir werden den Rahmen bei Veranstaltungen gesetzeskonform adaptieren – das heißt, dass wir mit verschiedenen Eintrittsbändern zwischen den unterschiedlichen Altersgrenzen differenzieren. Zudem wird das Getränkeangebot an die geänderten Voraussetzungen angepasst.“

Der Tabakkonsum sei bei Rotkreuz-Events kein Thema, da keine Zigaretten verkauft würden und im Innenbereich der Räumlichkeiten ohnehin Rauchverbot herrsche. Natürlich dürfe man aber auch die Verantwortung der Eltern sowie die Eigenverantwortung nicht außer Acht lassen.

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