Trauer um Glinzendorfer Ex-Ortschef Hermann Raidl

Erstellt am 30. Dezember 2021 | 04:09
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Der einstige ÖVP-Ortschef von Glinzendorf, Hermann Raidl, verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit im 84. Lebensjahr.
Foto: Kremsmayer
Hermann Raidl ist knapp vor Weihnachten im 84. Lebensjahr zu Hause verstorben.

Ex-ÖVP-Bürgermeister Hermann Raidl bleibt als außergewöhnlicher Mann in Erinnerung – groß, ruhig und überzeugend. Vor gut 15 Jahren hat ihn die NÖN-Reporterin zum ersten Mal besucht. Damals wurde im kleinen, bäuerlichen Glinzendorf gerade beschlossen, eine neue Siedlung in Bahnnähe zu parzellieren. „Wir müssen in die Zukunft schauen und wachsen“, sagte Raidl, „sonst sterben wir aus“. Und die Zukunft der Bauern? „Wer tüchtig ist, überlebt“, war Raidl überzeugt: „Wer bisher nur ins Lagerhaus gefahren ist, wird auf der Strecke bleiben.“

Selbst Landwirt und Gemüsehändler, führte er einen Betrieb mit 18 Mitarbeitern und ging auf Expansionskurs in Richtung neuer EU-Staaten. „Das Geld liegt auf der Straße“, war seine Überzeugung. So hatte er noch vor der Jahrtausendwende ein Windrad aufgestellt, eines der ersten im Marchfeld. Er initiierte wichtige Projekte, vom Neubau des Gemeindehauses zum Ausbau des Kindergartens, von der Revitalisierung der Kirche zur aufwendigen Neugestaltung des Spielplatzes.

Von 1985 an saß er im Gemeinderat, von 1995 bis 2015 war er Bürgermeister. Dazu arbeitete er aktiv bei der Feuerwehr, bei der Jagdgesellschaft und bekam schließlich den Ehrenring der Gemeinde Glinzendorf.