Gefährliches Geländer? „Hero“ im Streit mit Doschek. Seit Zwist ums Wohnprojekt Friedensgasse in Zistersdorf lässt Künstler kein gutes Haar am Stadtchef.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 25. Oktober 2020 (04:47)
Künstler RonaldHeberling kritisiert die Baustelle beim Friedhof, da Besucher mit Gehhilfe auf eine Straße mit „starken Baufahrzeugverkehr“ ausweichen müssten.
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Die Welt war noch in Ordnung, als bei den Tagen der offenen Ateliers 2019 anlässlich der Renovierung des Stadttores der Zistersdorfer Stadttor-Wein enthüllt wurde. Auf den Flaschen prangt ein Etikett mit einem Werk des Künstlers Ronald „Hero“ Heberling. Er und Bürgermeister Helmut Doschek (ÖVP) begegneten einander damals freundschaftlich.

Doch das änderte sich schnell, als das Projekt Wohnungen in der Friedensgasse zum Zankapfel zwischen den beiden wurde. Heute ist Künstler „Hero“ des Stadtchefs größter Kritiker: Auf Facebook kommentiert Heberling regelmäßig Beiträge der Stadtgemeinde Zistersdorf oder verfasst eigene, die seinem Unmut Ausdruck verleihen.

Seinen Ausgang nimmt der Konflikt im Juni des Vorjahres, als auf einem Baugrund in der Friedensgasse – hier will die Wohnbaugesellschaft „Schönere Zukunft“ bauen – geschützte Waldohreulen festgestellt wurden. Die Vögel verschwanden wieder, der Widerstand gegen das Projekt und der Konflikt nicht: Eine Bürgerbewegung forderte Ende 2019 die Umwandlung des Areals in einen Park, Unterschriften wurden gesammelt, die Gemeinde ließ Bäume auf der Fläche fällen, ein Gehweg wurde – laut Heberling unsachgemäß – erneuert. Die Beziehung des Künstlers sowie der aufständischen Anrainer zum Stadtchef endete schließlich in einem Rechtsstreit rund um ein beanspruchtes Wegerecht.

Laut „Hero“ ist der Handlauf zu breit, um sich dort anhalten zukönnen.
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Aktuell stehen die erneuerte Stiege hinauf zum Stadttor und die Baustelle beim Friedhof im Zentrum Heberlings Kritik: Der Handlauf der Stiege sei für ältere Personen ungeeignet, weil rechteckig. Den Wunsch, das Geländer zu ändern, vernahm Bürgermeister Doschek bereits aus der Bevölkerung. In den nächsten Tagen soll bereits ein zusätzlicher, runder Handlauf angebracht werden.

Die Beschwerden über einen aktuell schwer passierbaren Gehweg beim Friedhof kann Doschek nicht nachvollziehen, da es sich um eine Baustelle handelt und nicht den finalen Zustand des Weges. Das vermeintliche Problem starken Baufahrzeugverkehrs hält Doschek für gänzlich abwegig. Heberling ist für ihn ein Provokateur ohne Manieren, doch Manieren seien schließlich keine gesetzliche Vorschrift.