Marke für Gemeinde: Orientierung für die Zukunft. In Zistersdorf wird an einer Identität gearbeitet, um die Entwicklung in Zukunft abzustecken.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 18. August 2019 (06:20)
Szeker
Aufbauend auf dem historischen Fundament mit einigen Baujuwelen (im Bild: Gemeindegasthaus) wird in Zistersdorf an einer neuen Marke gearbeitet. Sie wird Orientierung für die Zukunft bieten.

„Zistersdorf bekommt ein neues Gesicht“, unter diesem Motto findet derzeit ein Prozess zur Markenentwicklung in der Großgemeinde statt. Die Agentur „strike“ erarbeitet hierfür gemeinsam mit der Gemeinde Konzepte für die zukünftige Entwicklung Zistersdorfs, aber auch ein Logo wird die Stadtgemeinde erhalten. Eingebunden ist in den Prozess auch die Bevölkerung, die per Umfrage bereits zahlreiche Vorschläge geliefert hat.

Die Marke wird auf einem großen historischen Fundament errichtet. Denn die Stadtmauer, mit einem Tor aus dem Jahr 1782, ist teilweise noch immer erhalten und erinnert an die Vergangenheit des ehemaligen Marktzentrums. Ebenso kulturell wertvoll sind die Baujuwele in der Stadt, wie etwa das Gemeindegasthaus oder die denkmalgeschützten Kellergewölbe unter der Konditorei Baumhackl.

Wirtschaftliche war Zistersdorf in der Vergangenheit zudem ein wichtiger Standort der Ziegelproduktion. Das Werk am heutigen Standort der Müllverbrennungsanlage erreichte im Jahr 1951 einen Verkauf von insgesamt vier Millionen Ziegeln. Ein von Schülern verursachtes Feuer setzte der stillgelegten Fabrik im Jahr 1992 aber schwer zu. Auch das Erdöl ist ein Teil der Historie der Stadtgemeinde: Das Ölfeld Zistersdorf wurde laut Hobbyhistoriker Michael Huysza aus Hauskirchen von Hitler als kriegsentscheidend eingestuft.

Mit der Entwicklung einer Marke soll jetzt der Blick in die Zukunft geschärft werden und eine Identität für die Gemeinde gefunden werden, welche Orientierung verleiht. Denn für die Großgemeinde als Ganzes habe es bisher noch keine Identität gegeben, sagt Bürgermeister Helmut Doschek auf Anfrage. Jetzt möchte man Antworten auf die Frage „Wohin sollen wir uns bewegen?“ finden. Einig waren sich die Zistersdorfer diesbezüglich bei drei Themen: Umwelt, Klima und regionale Produkte werden für sie sehr wichtig sein.

In diesem Gestaltungsprozess arbeitet derzeit eine Steuerungsgruppe an Konzepten für die Standortentwicklung Zistersdorfs. Die Eckpunkte dafür haben sich bereits herauskristallisiert. Als Grundlage diente hierbei eine Umfrage, an der 300 Bürger teilnahmen. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagt Bürgermeister Doschek. Besonders wichtig ist den Zistersdorfern dabei auch der Erhalt der Infrastruktur.