Wirt: „Junge haben heute kaum Zeit“. Nachwuchs und Zusammenhalt fehlen, aber Gemeinde möchte Gasthaus erneuern.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 10. März 2019 (04:04)
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Symbolbild

„Das alte Publikum bleibt aus“, beschreibt Peter Kammerer, Wirt im Gemeindegasthaus Zistersdorf, den Trend der letzten Jahre. Er spricht damit das Thema „Wirtshaussterben“ an.

Kammerer erinnert sich: „Früher haben die Jungen bis um fünf Uhr in der Früh Karten gespielt und sind dann in die Arbeit gefahren.“ Viele Jobs sind heute aber aus den Gemeinden verschwunden.

"Jugend ist für einen Austausch nicht auf die Wirtshäuser angewiesen"

Die Bevölkerung sei sich in vergangenen Jahrzehnten zudem nähergestanden. Das kritisiert auch Ex-VP-Bürgermeister Herbert Nowohradsky aus Palterndorf: „Die Leute grüßen auf der Straße nicht mehr.“ Er spricht dabei vor allem die Jugend an.

Kammerer ist sich außerdem sicher: „Die Jungen haben heute zu wenig Zeit für lange Aufenthalte im Wirtshaus.“ Außerdem spiele das Internet mit den sozialen Netzwerken eine Rolle – die Jugend ist für einen Austausch nicht auf die Wirtshäuser angewiesen. Lebhaft geht es in den Lokalen vor allem am Wochenende bei Kartenspielen zu.

Dennoch zeigt etwa das Stadtcafé in Zistersdorf, dass sich junge Bürger in die Lokale locken lassen. Stephan Schramm bietet dort an, „was es woanders nicht gibt“. Die Speisekarte holt Gäste ins Haus und die Öffnungszeiten stimmen auch. VP-Bürgermeister Helmut Doschek ist der Erhalt der Wirtshauskultur ein wichtiges Anliegen: Wenn Kammerer in Pension geht, wird das Gemeindegasthaus um 600.000 Euro renoviert.