Photovoltaik: Stadt geht an den Start. Noch gibt es kaum Anlagen in der Großgemeinde, doch ein Grundsatzbeschluss wurde nun gefällt.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 10. Juli 2020 (03:45)
Noch ist in Zistersdorf kein Gemeindeobjekt mit PV-Anlage ausgerüstet. Das wird sich ändern.
NÖN-Archiv

Die blauen Glasflächen werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ein Teil der Gemeinden werden, wie es einst die Windräder wurden. Das ist so gut wie sicher, denn das Land Niedersöterreich will bis 2030 die aus dem Sonnenschein erzeugte Energiemenge verzehnfachen. Zistersdorf steht hier noch am Anfang der Entwicklung, denn bisher ist noch kein Gebäude der Gemeinde mit einer PV-Anlage bebaut.

Der städtische Mazda-Händler hat allerdings vorgemacht, was noch vielfach in der Großgemeinde geschehen wird: Die Firma hat eine 150 Quadratmeter große Dachfläche mit Paneelen zur Stromgewinnung ausgerüstet und kann damit bis zu 30 Kilowatt Energie erzeugen. Diese Leistung entspricht dem Bedarf von rund 15 Haushalten.

Einen ersten Fahrplan für das „Zukunftsthema“ Photovoltaik skizziert VP-Bürgermeister Helmut Doschek im Gespräch: Derzeit ist man in der Gemeindeverwaltung damit beschäftigt, alle Varianten für potenzielle Projekte zu analysieren. Doschek möchte dann „Schritt für Schritt“ in die Umsetzung gehen und zum Beispiel am Gelände der Kläranlage eine Anlage installieren. Letzte Woche wurde im Gemeinderat ein erster genereller Grundsatzbeschluss zur Phototoltaik in der Großgemeinde gefasst. In den nächsten Jahren werden voraussichtlich viele Varianten und Finanzierungsmodelle diskutiert.

„Die Gemeinde darf sich in Zukunft sicher Energiegemeinde nennen.“VP-Bürgermeister Helmut Doschek

Auch minderwertige Agarflächen fasst die Stadtgemeinde für Projekte ins Auge, daher ist man mit Landwirten bereits „mitten in Gesprächen“, erläutert Doschek. Er denkt an die Mäuseplage oder niederschlagsarme Monate und sieht in der Nutzung ertragsarmer Flächen für die Stromgewinnung eine finanzielle Chance für Landwirte. Hochwertige Flächen sollen auf keinen Fall dafür genutzt werden. Die Umsetzungsdauer eines solchen PV-Projektes, vom Beschluss bis zur Stromerzeugung, sollte deutlich kürzer ausfallen als die vierjährige Projektdauer bei Windrädern.

Aus Sicht der Stadtfinanzen wird der Sonnenstrom allerdings nicht so attraktiv sein wie die Windräder, welche im Gemeindegebiet ebenfalls vermehrt anzutreffen sein werden. Zistersdorf wird in Zukunft somit vermehrt als Energieerzeuger auftreten, wobei Doschek zu bedenken gibt, dass mit der Müllverbrennungsanlage bereits jetzt ein wichtiger Energieproduzent hier angesiedelt ist.