So soll die Stadt wachsen. In Zistersdorf entsteht neuer Wohnraum und auch das Zentrum soll wiederbelebt werden.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 15. März 2019 (04:25)
Szeker
Die Bevölkerungszahlen sinken zum ersten Mal seit Jahren nicht mehr. Um unkontrolliertem Wohnbau entgegenzuwirken, soll auch dem Zentrum neues Leben eingehaucht werden.

„2019 haben wir bei den Einwohnerzahlen wieder ein Plus von drei Personen“, freut sich VP-Bürgermeister Helmut Doschek angesichts der Tatsache, dass die Sterbefälle in der Stadt die Geburten übersteigen. Er ist zuversichtlich, dass sich der positive Wachstums-Trend die nächsten Jahre fortsetzen wird. Gründe dafür sieht er in der Nordautobahn, dem verfügbaren Bauland und der Wohnraumschaffung.

Derzeit stehen in Zistersdorf zwei Wohnbauprojekte auf der Agende:
Im Hacheweg (bei der Ortsausfahrt Richtung Dürnkrut) werden von der Waldviertler Siedlungsgenossenschaft 20 Reihenhäuser sowie Einheiten für Junges Wohnen (Förderprojekt des Landes NÖ) errichtet. In der Friedensgasse entstehen drei Wohnblöcke der Gesellschaft Schönere Zukunft.

„Die Mietpreise sind in ganz Österreich exorbitant gestiegen“

Darüber zeigt sich auch SP-Stadtrat David Schramm erfreut: „Die Mietpreise sind in ganz Österreich exorbitant gestiegen.“ Er begrüße daher das Projekt Junges Wohnen. Zusätzlich könnte er sich vorstellen, dass ein Teil der Zistersdorfer Gemeindewohnungen mit dem SP-Modell „5x5“ zu Startwohnungen umfunktioniert wird. Das Modell sieht vor, dass Wohnungen mit fünf Euro pro Quadratmeter für fünf Jahre gefördert werden. Kritik übt Schramm am Umgang mit den Katastralgemeinden: „Ortschaften wie Groß-Inzersdorf oder Loidesthal brauchen auch Wohnungen, um der Abwanderung entgegenzuwirken.“

Bald auch Lösungen für Katastralgemeinden

Doschek stellt in Aussicht, dass sein Team an Lösungen für die Katastralgemeinden arbeitet. Kein großes Problem ortet Schramm bei der Balance zwischen Bebauung und Grünraumerhalt: „Wir waren eine der ersten Gemeinden mit Entwicklungskonzept, daher funktioniert das gut.“

Die Zersiedelung ist für den Bürgermeister in jeder Gemeinde ein Thema. Daher werde man darauf achten, dass die Entwicklung des Ortskerns Hand in Hand mit der Ausdehnung der Gemeinde geht. In Kooperation mit dem Land NÖ sollen Altbestände im Zentrum nach Möglichkeit wieder aktiviert werden.

Wie stark soll Zistersdorf insgesamt wachsen? Schramm wünscht sich ein moderates Wachstum, damit die Infrastruktur nicht überlastet wird – in den letzten acht Jahren musste man Kindergärten neu und umbauen. Doschek hofft ebenfalls auf „eine günstige Entwicklung“. Eine Prozentzahl wollte keiner der beiden nennen.