Viel Wirbel wegen Wohnbau in Friedensgasse. Eine geplante Anlage mit 24 Wohnungen stößt den Anrainern sauer auf. Die Gemeinde beruhigt.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 19. Juni 2019 (05:48)
Google Maps
Im Bereich Friedensgasse/Stadtgrabengasse/Dr.-Karl-Renner-Gasse soll der Wohnkomplex aus dem Boden gestampft werden.

Ein von der gemeinnützigen Wohn- und Siedlungsgesellschaft „Schönere Zukunft“ geplante Wohnhausanlage in der Friedensgasse sorgt für Aufregung bei den Nachbarn. Diese fürchten nämlich um ihre Lebensqualität. „Wir werden dann nicht mehr auf Wiesen und Bäume blicken, sondern auf die Fassade des neuen Wohnkomplexes“, erläutert einer der Anrainer im NÖN-Gespräch.

Die Bewohner des Grätzls haben auch Angst um seltene Waldeulen, die angeblich in den Bäumen, die dem Wohnbau zum Opfer fallen werden, nisten. Ihr Vorschlag: „Die sollen die Anlage am Rübenplatz bauen, der steht eh leer und wird nicht mehr genützt.“ Die Anrainer machten ihrem Ärger auch bei einer Info-Veranstaltung, die zu besagten Bauplänen kürzlich im Rathaus stattgefunden hatte, Luft.

 „Von den Waldeulen höre ich zum ersten Mal.“ Helmut Doschek, VP-Bürgermeister

 VP-Bürgermeister Helmut Doschek war damals selbst vor Ort. Er kann die Einwände der Bürger nicht wirklich nachvollziehen: „Der Rübenplatz verfügt gar nicht über die entsprechende Widmung für eine Wohnhausanlage. Die Friedensgasse wiederum bietet sich an, dort gibt es auch die nötige Infrastruktur.“

Für den Stadtchef steht fest, dass sich das künftige Gebäude in das Grätzl gut einfügen wird: „Die Anlage wird auch niedriger sein als die umliegenden Häuser.“ Und was ist mit den geschützten Waldeulen in den zu rodenden Bäumen? Doschek: „Davon höre ich zum ersten Mal. Das hat bisher noch niemand erwähnt.“

Nächstes Jahr wird mit dem Bau des Wohnkomplexes begonnen, zwei Jahre später soll er seiner Bestimmung übergeben werden. Geplant sind 24 Mietwohnungen mit Kaufoption.