Zwei Kulturpreise für Gmünd. Für die Subetasch und Maria Seisenbacher gab es Anerkennungspreise im Festspielhaus.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 17. November 2019 (04:41)
Anerkennungspreis für den Verein Subetasch – am Bild (v.l.): Peter Zanzinger (Kulturabteilung), Reinhold Hartl-Gobl (Obmann Kulturvernetzung), Petra Winkler, Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Johannes Bode, Miriam Zeller, Jakob Herzog, Lisa Pichler, David Cornelius, Marina Kellner, Matthias Müllner, Valentin Gobl, Johannes Binder; vorne: Stephanie Thor und Fiona Androsch.
Adam Samorajski

Zwei Preisträger aus Gmünd in einem Jahr – das gab es in der langen Geschichte der NÖ-Kulturpreise auch noch nicht. Dementsprechend groß war der Jubel der Waldviertler Delegation bei der Preisverleihung im Festspielhaus in St. Pölten.

Maria Seisenbacher erhielt dort den Anerkennungspreis in der Sparte Literatur für ihren fünften Gedichtband „kalben“. Die Jury würdigt ihre Leistung so: „Geheimnisvoller Sprachzauber, unaufgeregte Verknüpfung mystischweiblicher Stoffe mit zeitlosen Beobachtungen rauer Alpenlandschaften und die intermediale Offenheit bilden die Substanz der Gedichte Maria Seisenbachers.“ Nach Gmünd kommt die 41-Jährige zwar mittlerweile nur mehr etwa einmal pro Jahr, verbunden fühlt sie sich mit der Stadt, in der sie die ersten 18 Lebensjahre verbracht hatte, aber dennoch: „Gmünd ist mir fremd geworden, aber trotzdem noch vertraut“, erklärte sie in einem NÖN-Bericht anlässlich des Erscheinens des Buches „Zwei verschraubte Plastikstühle“ im Vorjahr, in dem sie ihre Kindheit in Gmünd verarbeitete. Erstmals für Aufsehen sorgte Seisenbacher übrigens 2006 mit ihrem Sieg beim Literatur-Karussell – einem Autorenwettbewerb, den die NÖN ins Leben gerufen hatte.

Maria Seisenbacher (rechts) erhielt im Festspielhaus in St. Pölten den Anerkennungspreis in der Kategorie Literatur. Im Bild mit Walter Grond (Würdigungspreis), Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Xaver Bayer (Anerkennungspreis).
Markus Rösele

NÖN-Lesern sehr gut bekannt ist Johannes Bode , seit 2003 freier Mitarbeiter der Gmünder NÖN-Ausgabe. Der 37-Jährige ist Gründungsmitglied und Mastermind der „subetasch“, ein Künstlerkollektiv, das 2007 seine ersten Schritte im leer stehenden Geschäftslokal neben der Gärtnerei in der Conrath-straße wagte und heute ein Fixpunkt im Waldviertler Kulturleben – und darüber hinaus – ist. Stationiert in der ehemaligen Bobbin-Fabrik. Die subetasch erhielt den Anerkennungspreis in der Kategorie „Kulturinitiativen“. Die Jury würdigt, dass die subetasch der Subkultur auch im ländlichen Raum einen „sichtbaren, öffentlichen Raum gibt“ und als Plattform für junge zeitgenössische Kunst, Performances sowie elektronische und experimentelle Musik diene. „Die vermeintlichen Genregrenzen werden bei den Veranstaltungen gezielt durchmischt – Performances, Bildende Kunst, Pop, Techno und Theater stehen gleichberechtigt nebeneinander. Aktuelle Thematiken und die Lage in der Grenzregion werden dabei kritisch behandelt.“ Das eigene, unabhängige Label „dickgelb“ des Künstlerkollektivs bietet jungen, aufstrebenden Talenten zudem eine Plattform zur Veröffentlichung ihrer Werke. Johannes Bode sieht in der Auszeichnung mit dem NÖ-Kulturpreis eine „Bestätigung, dass unser Experiment zumindest zum Teil aufgeht. Wir hoffen, dass in Gmünd dadurch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit für Kunst entsteht.“

Gelegenheit dazu gibt es wieder am 7. Dezember: Da startet in der Bobbin eine Ausstellung von Anna Helmreich und Julia Leeb (ab 19 Uhr).