Ärzte änderten Arbeitsweise. Von „logistischer Herausforderung“ spricht Bezirksärztevertreter Preißl – der derzeit drei Warteräume hat.

Von Karin Pollak. Erstellt am 08. April 2020 (03:34)
Bei Beschwerden soll man sich auf jeden Fall auch beim Hausarzt melden – betont Ärztevertreter Christoph Preißl.
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Der Bezirk Gmünd liegt mit seinen bei Wochenbeginn sechs Corona-Erkrankten nach wie vor am letzten Platz im Niederösterreich-Ranking. „Die große Disziplin in der Bevölkerung spielt dabei sicherlich eine große Rolle“, lobt Bezirksärztevertreter Christoph Preißl. Dadurch sei auch die ärztliche Versorgung weiterhin garantiert.

„Bis auf einen Facharzt und die urlaubsbedingten Ausfälle in der Karwoche sind alle Ärzte im Bezirk tätig, wenn sich auch die Arbeitsweise in den letzten Wochen vollkommen verändert hat“, betont Preißl. Viele Anliegen der Patienten können via Telefon oder Video erledigt werden. Aber auch für jene Patienten, die in die Ordinationen kommen, sorgen die Ärzte mit vollem Engagement. „Das ist eine logistische Herausforderung. Ich habe zum Beispiel drei Warteräume, einer davon ist nur für Patienten mit Infektionen wie Husten und Halsweh“, berichtet der Arzt, der an der Entwicklung eines speziellen Abfragesystems für besorgte Patienten am Telefon an der Karl Langsteiner-Uni mitgearbeitet hat.

„Wir nehmen jeden Patienten ernst, egal ob besorgte Eltern anrufen, weil ihr Kind hustet, oder jemand glaubt, einen Herzinfarkt zu haben. Als Hausarzt ist man dafür zuständig. Daher wäre es besonders wichtig, dass jene, die sich unter 144 oder 1540 melden, auch den Hinweis bekommen würden, sich auch beim Hausarzt zu melden“, meint Preißl, der sich jetzt intensiv um die Betreuung seiner Chronisch-Kranken kümmert. „Ich rufe täglich einige davon an, halte Kontakt. Vielleicht sind nach Ostern auch wieder Blutabnahmen möglich.“

Bilek: Mangels Schutzes ist Praxis geschlossen

Die Kritik an fehlenden Schutzanzügen und -masken habe etwas Erfolg gebracht. Eine geringe Menge hätten sowohl Ärztekammer, als auch die Krankenkasse geliefert. „Ich habe mich jetzt selbst darum gekümmert, Schutzausrüstung aufgetrieben.“

Anders reagierte Zahnarzt Michael Bilek aus Hoheneich. Mangels der Schutzausrüstung sperrte er mit 3. April seine Ordination. „Das Infektionsrisiko für Patienten und für uns ist einfach zu hoch. Wir hoffen, in den nächsten Wochen wieder Zugriff auf Schutzmasken zu bekommen und werden das schnellstmöglich auch verlautbaren“, vermeldete Bilek auf Facebook.