CoV: Trend hält an, „Rot“ ist sehr wahrscheinlich. Einen Tag vor Zusammentreffen der Ampel-Kommission: Marke von 300 Infizierten im Gmünder Bezirk überschritten, mehr als 450 Personen in Quarantäne. Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit Covid-19 um zwei auf nun drei gestiegen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 28. Oktober 2020 (17:26)
Markus Lohninger / Privat

Die Zahl der aktiv mit dem Coronavirus infizierten Einwohner im Gmünder Bezirk schießt seit Tagen ungebrochen in die Höhe: Waren am Vormittag des 20. Oktober noch 180 jemals positiv auf Covid-19 getestete Personen registriert gewesen, so wurde am Vormittag des 28. Oktober bereits die 300er-Marke überschritten.

Laut Bezirkshauptmann Stefan Grusch sind im Bezirk aktuell mehr als 450 Infizierte oder Kontaktpersonen in Quarantäne. Die Zahl der im Zusammenhang mit CoV Verstorbenen erhöhte sich demnach innerhalb einer Woche um einen etwa 70-jährigen und einen mehr als 80-jährigen Mann auf drei. 

Noch kein weiterer Cluster auszumachen

Richtigen zweiten Cluster im Bezirk - nach der Hochzeits-Gesellschaft im September - ortet Grusch allerdings immer noch keinen. Die Fälle verteilen sich ihm zufolge relativ gleichmäßig über den Bezirk.

Nachbarbezirk Waidhofen, ebenfalls stark von Covid-19 betroffen, wurde in der Gesamtstatistik längst überholt. Gmünd kletterte in der auf 100.000 Einwohner hochgerechneten „7-Tage-Inzidenz“ mit einem Wert von 286 hinter die Bezirke Wiener Neustadt-Stadt (338) und Lilienfeld (372) auf Rang drei. Er liegt damit am Tag vor dem Zusammentreffen der Corona-Kommission vor allen bisherigen Rot-Bezirken Niederösterreichs und auch vor der Bundeshauptstadt Wien.

Bezirkshauptmann: "Es braucht andere Maßnahmen"

„Rot“ ist für den Gmünder Bezirk mehr als wahrscheinlich, Bezirkshauptmann Grusch kündigt eine Videokonferenz mit allen 21 Bürgermeistern an, um „etwa hinsichtlich Veranstaltungen eine einheitliche Linie abzustecken. Es braucht andere Maßnahmen.“ Für die Aufarbeitung der Positivtests bis hin zur Kontakterhebung müsse die Behörde bereits zusätzliches Personal aufstellen. Ziel bleibe es, Positive und Gefährdete rasch zu informieren.

Kritik am Contact Tracing

Der positiv auf Covid-19 getestete Bad Großpertholzer Anwalt Edmund Kitzler bemängelt in dem Zusammenhang, dass die offizielle Benachrichtigung bei ihm 18 Stunden gedauert habe und dann auch nur die 48 Stunden vor Auftreten der ersten Symptome abgefragt worden seien - er aber gar keine Symptome habe. Ohne eine von ihm ausgegangene Verständigung wären Kontaktpersonen während dieser 18 Stunden etwa weiter normal zur Arbeit gegangen, das Contact Tracing sei „grob fahrlässig“. 

„Er war durch einen Arzt über seinen positiven Test verständigt“, kontert Bezirkshauptmann Grusch: „Ich schätze ihn als intelligent genug ein, um dann auch vor Vorliegen der schriftlichen Aufforderung zu wissen, was zu tun ist.“ Das Fragemuster richte sich nach Vorgaben des Ministeriums, jeder könne aber darüber hinausgehende Auskunft geben.

Was sich durch Ampelfarben aktuell ändert, das lest ihr hier: