E-Autos: Nachfrage nimmt ab. Seit Jänner wurden im Bezirk 136 E-Autos neu angemeldet. Zufriedene Fahrer, aber rückläufiger Trend.

Von Karin Pollak. Erstellt am 17. Juli 2019 (04:56)
Eva Brandeis
Thomas Brandeis, Asma-Geschäftsführer,ist seit Jahren begeisterter E-Auto-Fahrer.

Mit „Vorsicht bei E-Autos: Hohes Suchtpotential! Wer einmal ein solches Fahrzeug probiert hat, mag garantiert kein anderes mehr benutzen“, beschreibt Thomas Brandeis seine langjährige Erfahrung mit E-Autos und damit ist er nicht allein.

Der Waidhofner NÖN-Redeaktionsleiter Michael Schwab aus Heidenreichstein ist seit nicht einmal zwei Monaten Besitzer eines Tesla. Die Leidenschaft für dieses Fahrzeug hat ihn voll erwischt: „Fahrspaß hat man auf allen Längen und das dazu noch umweltfreundlich“, meint Schwab, der schon 3.500 Kilometer elektrisch gefahren ist. „Da ich ein Auto gebraucht habe, viel unterwegs bin und die Durchrechnung ergeben hat, dass ein E-Auto nicht viel teurer kommt, habe ich mich für ein E-Auto entschieden“, betont Schwab.

Genauso wie Thomas Brandeis sieht Michael Schwab die Vorteile der E-Mobilität im Alltag: Keine lärmenden Motoren, keine Vibrationen vom Antrieb, Beschleunigung vom Stillstand ohne Unterbrechung durch Gangwechsel, kein Gestank, keine schmutzigen Hände vom Tanken. „Strom ist sauber und bequem. Außerdem wird das Thema Reichweite überbewertet und ist in der Praxis, mit Ausnahme notorischer Vielfahrer, absolut kein Problem. Für die weitaus meisten täglichen Fahrten und Distanzen reicht das Stromtanken über Nacht“, meint Brandeis, der auch auf den „unschlagbar günstigen“ Unterhalt dieser Autos verweist.

„Die Kollegen reißen sich darum, diesen Caddy zu fahren. Alle wollen den Fahrspaß genießen.“Johann Stangl, Bauhofleiter Schrems

Trotz dieser Vorteile gibt es bei Autohändlern derzeit wenig Interessierte an E-Autos, das bestätigen sowohl Martin Hörmann vom Autohaus Hörmann in Heidenreichstein, als auch Harald Eder, der Inhaber des Gmünder Autohauses Eder. „Die, die ein E-Auto wollten, haben bereits eines. Die, die noch überlegen, wurden durch Medienberichte über die Problematik bei den Akkus, geringe Reichweiten usw. stutzig und warten zu“, meint Martin Hörmann. Laut seinen Informationen soll in Zukunft der Weg von reinen E-Autos zu Hybrid, mit Wasserstoff oder mit Brennstoffzellen betriebenen Fahrzeugen gehen. „Im Herbst kommen neue Hybridvarianten heraus, da wird man sehen, ob das Interesse steigt“, so Hörmann.

Harald Eder nennt ebenfalls eine „sehr geringe Nachfrage an E-Autos“. „Reichweite und Ladezeit schrecken viele ab“, meint Eder, der eine „riesige Veränderung“ erst in ein, zwei Jahren auf dem E-Automarkt sieht. „Die Autos werden teurer werden, die Reichweite wird bei 250 Kilometer liegen und eine 80-Prozent-Ladung mindestens eine Stunde dauern. Das wird aber nicht mehr über die Steckdose gehen, da sind die Energieversorger gefordert.“

Mit all diesen Zukunftsvisionen haben die Mitarbeiter des Schremser Bauhofes nichts am Hut. Im Februar hielt bei ihnen ein E-Kastenwagen Einzug, der laut Bauhofleiter Johann Stangl eigentlich ständig gefahren wird. „Die Kollegen reißen sich darum, diesen Caddy zu fahren. Alle wollen den Fahrspaß genießen“, betont Stangl.

Einmal in der Woche wird der Caddy für zwölf Stunden an die Steckdose gehängt, mehr Strom wird nicht benötigt. Das leihbare E-Fahrzeug der Stadtgemeinde Gmünd, ein VW-Golf, ist seit Februar 2017 im Einsatz. Seither wurden damit mehr als 40.000 Kilometer zurückgelegt. „Diese stammen aus rund 750 Entlehnungen“, weiß Stadtrat Benjamin Zeilinger. Das Auto wurde auch für interne Dienstfahrten genutzt. „Aus ökologischer Sicht haben wir das alte, gemeindeeigene Dienstfahrzeug nun gegen ein weiteres E-Fahrzeug ersetzt. Dieses soll ausschließlich für Dienstfahrten genutzt werden, um so noch mehr verfügbare Zeiten für Car-Sharing-Nutzer zu erwirken“, so Benjamin Zeilinger.

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