Hoheneich , Schrems

Erstellt am 13. Juni 2018, 06:00

von Markus Lohninger

Ein einziger Anrainer stoppt den B41-Ausbau!. Einer der gut 50 Grundstücksbesitzer genügte, um Ausbau zwischen Hoheneich und Schrems zu stoppen. Radwegbau läuft aber an.

Symbolbild  |  dzejdi/Shutterstock.com

Die 1,7 Millionen Euro schweren Pläne für den vierspurigen Fortbau der B41 zwischen Gmünd und Schrems im Juli liegen auf Eis: Das Projekt kann, wie Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) nach Anfrage der NÖN an die NÖ Straßenbauabteilung sagt, wegen „Problemen bei den erforderlichen Grundeinlösen“ heuer nicht mehr abgewickelt werden. Es wird auf 2019 vertagt.

Karte: Google Maps; NÖN-Grafik: Gastegger

Konkret geht es um das nicht einmal 1,3 Kilometer lange Straßenstück vom Ende der Ausbaustrecke bei Hoheneich bis zum Knoten Anderlfabrik, das an den Rändern um eine Spur breiter werden soll.

„Öffentliches Interesse ist höher einzustufen“

Etwa 50 Grundstücks-Besitzer konnten laut Hoheneichs Bürgermeister Christian Grümeyer (ÖVP) zum Abstottern von Teilflächen bewogen werden – einer nicht. „Ich habe mehrmals mit ihm gesprochen und akzeptiere seine Argumente. Aber das öffentliche Interesse ist hier wesentlich höher einzustufen – zumal es um nicht viele Quadratmeter geht.“

Ein Enteignungs-Verfahren dauert aber zu lange, um eine Straßenfreigabe zum Start der Kartoffel-Kampagne im Spätsommer erreichen zu können.

Landesrat Ludwig Schleritzko verspricht, nun eben andere Straßenprojekte im Bezirk vorzuziehen.  |  Markus Lohninger

Und die Kampagne ist mit 250.000 Tonnen ins Agrana-Werk in Gmünd gekarrten Stärke-Kartoffeln, deren Verarbeitung 350 Arbeitsplätze direkt absichert, ein Hauptargument für die Notwendigkeit des Straßenausbaus. Die phasenweise nach Gmünd rollenden Traktoren-Lawinen vertragen sich nämlich damit nicht gut, dass die B41 zwischen Schrems und Gmünd mit 11.000 Fahrzeugen pro Tag als meistbefahrene Straße des Waldviertels gilt und Überhol-Möglichkeiten begrenzt sind.

„Schade, es wäre ein Beitrag für die Verkehrssicherheit“, sagt Gerald Bogg von der für den Bezirk zuständigen Straßenbauabteilung in Waidhofen. Das Projekt sei grundsätzlich auf Schiene, alle Bewilligungen würden vorliegen. Auch VP-Abgeordnete Margit Göll „tut es sehr leid“, dass es heuer nicht umgesetzt wird: „Ich habe mich dafür eingesetzt, dass das Geld immerhin im Bezirk bleibt.“ Landesrat Schleritzko kündigt an, drei Projekte im Wert von zusammen 1,4 Millionen Euro vorzuziehen (mehr dazu nebenstehend).

Radweg entlang B41: Baustart demnächst

Ebenfalls verzögert wurde der Bau des Radwege-Lückenschlusses vom Knoten Anderlfabrik entlang der B41 bis Niederschrems. Bereits in den nächsten Tagen soll es aber, wie der Schremser Bürgermeister Karl Harrer (SPÖ) sagt, losgehen: „Die letzte Unterschrift ist hier vor wenigen Tagen gekommen. Gemeinderatsbeschluss und Rodungsbewilligung sind da, die Dinge kommen ins Laufen.“

Hoheneichs Bürgermeister Christian Grümeyer: „Geht um nicht viele Quadratmeter.“  |  Markus Lohninger

Etwa 250.000 Euro an Kosten fallen hier an, wobei die NÖ Straßenbau-Abteilung die Arbeiten und die Stadt Schrems die Materialkosten übernimmt. Ein Wiesenstück nach der Ausfahrt von Niederschrems muss inklusive des kompletten Unterbaus für den Radweg überbrückt werden. Das Herzstück der Arbeiten wird aber den Bereich unterhalb des Höfentöckteichs betreffen, wo der Graben mit dem Teichabfluss angeschüttet und unterrohrt werden muss. „Sobald die dafür wasserrechtliche Bewilligung vorliegt, kann begonnen werden“, blickt Stadtchef Harrer optimistisch nach vorne.

Mehr zum Thema


Mehr dazu