Fasten: Die Kilos sind gepurzelt. Die Promis quälten sich teilweise, um ihre Fastenvorsätze einhalten zu können. Ihr Erfolg ist durchaus messbar.

Von Karin Pollak. Erstellt am 17. April 2019 (04:00)
Karin Pollak

Immer mehr Menschen nutzen die Fastenzeit, um sich beim Alkohol, Zucker, Fleisch, Zigaretten oder auch bei der Handy- und Computernutzung zurückzunehmen. Die NÖN hinterfragte am Ende der Fastenzeit im Bezirk Gmünd den Erfolg dieser „passiven Aktivitäten“.

In der NÖN-Redaktion gibt es mit Sportmitarbeiter Marcel Schindl einen aktiven Fastenden in den eigenen Reihen: „Ich faste heuer zum vierten Mal. Fleisch und Alkohol lasse ich komplett weg, da gibt es keine Ausnahmen. Auf süße Speisen versuche ich weitestgehend zu verzichten, wobei da an ausgewählten Tagen auch mal ein Stück Kuchen erlaubt ist.“ Der Grund für diese Abstinenz ist durchaus nachvollziehbar: „Wir haben Nahrungsmittel in Hülle und Fülle zur Verfügung, daher habe ich mir eine Zeit vorgegeben, in der ich einfach einmal ‚Nein‘ sagen muss.“ Schwierig sei das am Beginn der Fastenzeit, da sich der Körper auf die neuen Essgewohnheiten erst einstellen müsse. „Es wird einfacher und ich habe aktuell nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Aber natürlich freut man sich auf den ersten Braten, der bei uns in der Familie traditionell am Ostersonntag kredenzt wird“, so Schindl.

„Immer mehr Personen hinterfragen ihre Ernährung und stellen diese auch um.“Bezirksärztevertreter Christoph Preißl

Bezirksärztevertreter Christoph Preißl rät generell von „Radikal-Kuren“ ab. Positiv sei aber das steigende Gesundheitsbewusstsein in den vergangenen Jahren: „Immer mehr Personen hinterfragen ihre Ernährung, stellen diese um und suchen dazu auch eine Beratung. Diesem Trend haben wir mit einer Diabeteskrankenschwester in meiner Ordination Rechnung getragen“, so Preißl, der selbst die Fastenzeit „zuckerfrei“ verbringt und viel Bewegung macht. „Einige Wochen lang geht das. Es ist ein Verzicht in Zeiten des Überflusses“, so Preißl.

Verzicht spielt bei Brauereibesitzer Karl Theodor Trojan keine besondere Rolle: „Ich halte mich an die klösterliche Fastenregel ‚Flüssiges bricht das Fasten nicht‘. Das ist ja eine logische Ergänzung zu meinem Beruf.“ Er selbst hätte keine besonderen Rituale notwendig: „Ich lebe immer sehr bewusst.“ In seiner Schremser Brauerei könne man den Verzicht von Alkohol während der Fastenzeit auch nicht in Zahlen ausmachen: „Das ist zu gering.“

Seine Vorsätze „fast“ umgesetzt hat AMS-Leiter Gerhard Ableidinger. „Ich wollte die Fastenzeit bewusster verbringen. Ich wurde dadurch fitter und nicht fetter. Gelungen ist mir das durch mehr Sport bei gleichbleibender Ernährung“, so Ableidinger.

„Bewusster Leben“ ist für den Leiter des Herz-Kreislauf-Zentrums Groß Gerungs Fritz Weber aus Weitra seit Jahren Thema. Seine „Mo-Do-Regel – kein Alkohol von Montag bis Donnerstag, hat er in der Fastenzeit auf alle Tage ausgeweitet: „Mit wenigen Jokern gelingt das auch.“ Seine Gründe: Zum einen der Beweis, dass man das auch schafft, zum anderen das Gewicht zu reduzieren. Im Herz-Kreislauf-Zentrum ist Fasten nicht relevant: „Die Ernährungsumstellung steht bei uns im Vordergrund“, so Weber.

„Alte“ Ernährungsgewohnheiten ändern

Mit einem „Intervall-Fasten“ tut sich Landtagsabgeordnete und Bürgermeisterin Margit Göll etwas Gutes: „Ich esse ab 12 Uhr oder ab 15 Uhr nichts mehr. Es ist ein total angenehmes Gefühl, wenn man morgens mit Hunger aufsteht und das Frühstück genießen kann. Auch der Bauch ist kleiner geworden.“

Die bewusste Änderung des Speiseplanes sei durchaus okay, würden jedoch „alte“ Ernährungsgewohnheiten danach nicht geändert, sei der positive Effekt auf die Gesundheit nur von kurzer Dauer, sagt die Diätologin im Moorheilbad Harbach, Sabrina Stöckl: „Versuchen Sie, Appetit und Sättigung bewusst wahrzunehmen und reduzieren Sie dauerhaft die Menge von Süßigkeiten und Co. Bei einer gesunden Ernährung kommt es auf die Menge an. Genuss darf sein,“ so der Tipp der Expertin.

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