FF-Bewerbe: Es geht um mehr als um den Sieg. Die Wettkampfgruppen nehmen viel auf sich, um für die Bewerbe gerüstet zu sein

Von Karin Pollak. Erstellt am 03. Juli 2019 (04:34)
Karin Pollak
„Wettkämpfer“ bei der erfolgreichen Feuerwehr Großwolfgers kommen bereits seit drei Generationen von der Familie Mörzinger. Im Bild: Michael Mörzinger, Rupert Mörzinger, Walter Mörzinger, Lukas Mörzinger und Kommandant Wolfgang Tertsch.

Die Saison der Feuerwehrleistungsbewerbe wurde am vergangenen Wochenende mit den Landesbewerben in Traisen im Bezirk Lilienfeld abgeschlossen (Ergebnis siehe Infobox). Was diese Bewerbe für die seit Jahren erfolgreiche Truppe aus Großwolfgers bedeuten, durchleuchtete die NÖN.

Im Bezirk Gmünd stehen seit Jahren vorwiegend die Wettkampfgruppen aus Großwolfgers am Siegertreppchen ganz oben. Konkurrenz gibt es vor allem von den Kollegen aus Albrechts und Waldenstein, aber auf die längste „Karriere“ bei den Bezirks-, Abschnitts- und Landesbewerben können die Großwolfgerser zurückblicken.

Einer der Federführenden ist Rupert Mörzinger (81), der bereits seit 1959 der Feuerwehr Großwolfgers angehört und 1967 mit ein paar verwegenen Kameraden die erste Wettkampfgruppe gründete. Insgesamt 37 Jahre lang war er als „Wettkämpfer“ unterwegs, seine Erlebnisse würden Bücher füllen.

Er erinnert sich noch genau an seinen ersten Wettbewerb, der 1967 in Weitra ausgetragen worden ist. „Wir haben den Abschnittsbewerb, der damals noch Bezirksbewerb Weitra geheißen hat, gewonnen. Der Ehrgeiz war entfacht und damit wir uns finanziell absichern konnten, erlaubte uns der damalige Kommandant Franz Tertsch, auf seinem Grundstück das erste Berg- und Sommernachtsfest abzuhalten. Mittlerweile findet heuer das 52. Fest statt“, blickt Mörzinger zurück.

„Der Wettkampfkalender prägt die Familien. Geheiratet wird in dieser Zeit nicht.“Wolfgang Tertsch, Kommandant der Feuerwehr Großwolfgers

Der „Erfolgslauf“ dieser Wettkampfgruppe, von der mit Rupert Mörzinger, Johann Zwingenberger, Franz Strobelberger und Walter Mörzinger noch vier Mitglieder leben, war gestartet.

Gewonnen haben diese Männer „am laufenden Band“. Beim ersten Bundesfeuerwehrbewerb 1968 in Freistadt lieferte diese Truppe die zweitbeste Angriffszeit, jedoch durch einen Fehler beim Staffellauf landete sie nur auf Platz 13. in Bronze A. Teilgenommen hat Rupert Mörzinger, der vorwiegend als Angriffstruppmann fungiert hat, bei vielen Wettbewerben. Mit seinen Kameraden kam er bis nach Südtirol, von den vier Starts bei den internationalen Bewerben kamen die Großwolfgerser dreimal mit Preisen nach Hause.

„Es war eine schöne Zeit, die die Kameradschaft geprägt hat. Wir haben eigentlich eine Kettenreaktion ausgelöst, nach uns gab und gibt es erfolgreiche Wettkampfgruppen in unserer Wehr“, betont Mörzinger.

Aktive Wettkämpfer entstammen bereits einige aus der Familie Mörzinger. Rupert Mörzingers Sohn Walter, der seit 1986 der FF Großwolfgers angehört, ist seit 1988 Mitglied der Wettkampfgruppe. Dessen Söhne Lukas und Michael starteten vor vier Jahren ihre Wettkampf-Karriere.

Mit bis zu vier Wettkampfgruppen startete die Feuerwehr Großwolfgers bei unzähligen Bewerben. Mittlerweile brachten es diese Floriani auf weit über 500 Pokale, auf über 60 Bezirkssiege und sie dürfen 19 Wanderpreise, die erst seit 1986 gezählt worden sind, ihr Eigen nennen.

"Wettkämpfe schweißen Truppen zusammen"

„Die Wettkämpfe sind etwas besonders, sie schweißen die Truppe zusammen und jeder, der dabei ist, will gewinnen. Aber das Wichtigste ist die Kameradschaft“, betont Kommandant Wolfgang Tertsch, der ebenfalls auf eine jahrzehntelange Wettbewerbserfahrung verweisen kann. „Der Wettkampfkalender prägt bei uns sicherlich die Familien. In der Hauptsaison gibt es keinen Urlaub, keine Familienfeier und schon gar keine Hochzeiten“, so Tertsch schmunzelnd.

Ein einziges Manko weist die Erfolgsbilanz der Wettkampfgruppen aus Großwolfgers auf: Es gab noch kein einziges Antreten beim Fire-Cup.

Diesen hat natürlich Rupert Mörzinger mit Spannung verfolgt: „Ich bin ein begeisterter Schlachtenbummler und besuche die Wettbewerbe in der Region gerne. Da gibt es natürlich auch Tipps für die Jungen.“

Debatten über die Wettbewerbe stehen in der Familie Mörzinger natürlich an, aber im Endeffekt geht es um das Können mit den Einsatzgeräten, von dem natürlich bei Einsätzen profitiert wird, um den Zusammenhalt in der Truppe und um die gelebte Kameradschaft.

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