Klima, Landwirte & EU

Abgeordneter Günther Sidl war im Bezirk zu Gast. Er sprach über regionalen Klimaschutz und Landwirtschaft.

Anna  Hohenbichler
Anna Hohenbichler Erstellt am 20. September 2021 | 05:39
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Sprachen über Europa, Gemeinden & Klimaschutz: Rainald Schäfer, Gerold Eichhorn, Andreas Stoiffel, Rudolf Parnigoni, Mark Bauer (hinten), Werner Müller, Michael Bierbach, Michael Preissl, Georg Einzinger, Rainhard Langegger (Mitte), Karl Harrer, Günther Sidl, Kerstin Fraißl-Zimmermann, Konrad Antoni, Erich Müllner, Thomas Miksch.
Foto: SPÖ/Thomas Widhalm

Im Rahmen seiner Arbeit im Europäischen Parlament beschäftigt sich der EU-Abgeordnete Günther Sidl (SPÖ) intensiv mit den Agenden Klimaschutz und Lebensmittelsicherheit. Vor allem auch über diese Themen unterhielt er sich vorige Woche bei einem Besuch im Bezirk Gmünd mit Gemeindevertretern und Funktionären der SPÖ – und nahm Anliegen aus den Gemeinden für seine Arbeit mit.

„Die Frage ist, wie wir in Europa in die ländlichen Regionen investieren“, sagte Sidl in Bezug auf die Zusammenarbeit mit den Gemeinden als „kleinste“ Instanz. Die EU müsse dort investieren, wo es wirklich nötig sei. Ein Beispiel dafür sei der öffentliche Verkehr: „Das 1-2-3-Ticket ist gut. Aber wenn es keinen oder kaum öffentlichen Verkehr gibt, hilft einem das Ticket nicht weiter.“ Eine gute Verkehrsanbindung – betont Sidl – trage auch zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Florieren einer Region bei.

„Vertane Chancen“ in der Landwirtschaft

 Vor zwei Jahren ist Günther Sidl auch in den Agrarausschuss eingezogen. Das Ergebnis zahlreicher Verhandlungen liegt auf dem Tisch, zufrieden ist er damit aber nicht: „Die Chance wurde vertan, die Landwirtschaft in Richtung Ökologisierung voranzutreiben“, sagte er: „Deshalb werde ich bei der Abstimmung auch dagegen stimmen.“ Dass in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Landwirte vor allem auf Basis der Fläche gefördert wurden, hält Sidl nicht für zukunftsfähig: „Gefördert muss werden, wer sich Gedanken darüber macht, wie er die Landwirtschaft möglichst nachhaltig an nachfolgende Generationen weitergibt.“

Insofern sieht er in der klein strukturierten Landwirtschaft des Waldviertels Vorteile, spricht in Sachen Lebensmittelproduktion von einer Schieflage: „Das ist auch eine Gerechtigkeitsfrage“, meint Sidl. Warum die Landwirtschaft auch im Waldviertel oft trotzdem noch auf Masse setzt? „Das Problem ist oft, dass es sich im Kleinen nicht mehr rentiert. Und das muss sich wieder ändern.“