Kinderporno nicht gelöscht: Strafarbeit. Statt zu löschen, speicherte 18-Jähriger aus dem Norden des Bezirkes einen erhaltenen Kinderporno und überließ ihn anderen.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 06. Juni 2020 (07:09)
APA (Symbolbild)

„Wie kam es dazu, dass auf Ihrem Handy ein Kinderporno gefunden wurde“, wollte die Richterin von dem 18-jährigen Beschuldigten aus dem Großraum Litschau wissen. „Das Video wurde mir geschickt. Von wem, weiß ich nicht“, erklärte der Jugendliche und beteuerte, dass er sich nichts dabei gedacht habe.

„Sie haben sich nichts dabei gedacht, einen Kinderporno anzuschauen?“, hakte die Richterin nach. Sichtlich betroffen nickte der 18-Jährige und meinte: „Es kommt einfach so viel so aufs Handy. Ich habe mir wirklich nichts dabei gedacht.“

„Es tut mir leid.“

„Sie denken sich nichts dabei, Sexszenen zweier unmündiger Kinder zu betrachten, zu speichern und noch an andere weiterzuleiten? Beim Betrachten des Videos hätte es nur eine Reaktion geben sollen - auf den Löschknopf drücken“, kommentierte die Richterin harsch die lapidare Erklärung des Beschuldigten. „Es tut mir leid. Ich werde in Zukunft aufmerksamer und kritischer sein“, beteuerte der Beschuldigte.

Dem bislang Unbescholtenem wurde eine Diversion gewährt: 40 Stunden gemeinnützige Arbeit, dann wird das Strafverfahren gegen ihn eingestellt.