Haslau-Maria Ellend , Heidenreichstein

Erstellt am 13. Juli 2018, 04:30

von Michael Schwab

Renaturierung gegen den Wassermangel. Moore leiden unter fehlenden Niederschlägen, durch Staumaßnahmen soll Situation im Haslauer Moor und in der Heidenreichsteiner Gemeindeau verbessert werden.

Beim Lokalaugenschein vor der Infoveranstaltung in Heidenreichstein in der Gemeindeau am neuen Moorsteg: Robert Kraner (Energie- und Umwelt  |  Michael Schwab

Erste Details, wie die hydrologische Situation im Hauslauer Moor und in der Gemeindeau Heidenreichstein im Rahmen des grenzüberschreitenden Projekts „Connecting Nature“ verbessert werden kann (die NÖN berichtete), wurden bei zwei Informationsveranstaltungen in Amaliendorf und Heidenreichstein präsentiert.

Ausgangslage ist der durch die niederschlagsarmen Jahre sinkende Wasserspiegel in den Mooren, welcher dazu führt, dass moortypische Pflanzen von anderen, nicht in die Moorlandschaft gehörenden Arten verdrängt werden, wie Angelika Ebhart in ihrer Diplomarbeit über Renaturierungsmaßnahmen im Haslauer Moor aufzeigte. Der Zuwachs an Pfeifengras und Faulbäumen deute auf schwankende Grundwasserpegel hin. Durch den Graben vom Gaisbachteich gelangt zwar Wasser ins Moor, allerdings ist dieses aufgrund der dort betriebenen Fischzucht nährstoffreich.

Gesunde Moorböden sind jedoch feucht und nährstoffarm, im Zweifel habe aber die Wasserversorgung Priorität, stellte Ebhart klar.

Defekter Damm muss repariert werden

Im Haslauer Moor wurden in der Vergangenheit bereits Dämme zum Aufstauen des Wassers errichtet, die einige Jahre lang den Wasserspiegel stabilisierten. Durch Defekte ließ die Wirkung nach. Ein Damm muss fix erneuert werden, da er umspült wird. Ein zweiter Damm weiter aufwärts im Graben funktioniert, eventuell wird oberhalb davon einen weiteren Damm eingebaut. Daher sollen diese Dämme nun überprüft und gegebenenfalls erneuert, eventuell auch durch zusätzliche Dämme ergänzt werden, wie Stefan Schörghuber von den Bundesforsten, denen ein Großteil der Fläche des Haslauer Moores gehört, erklärte.

Ähnliche Probleme plagen auch die Heidenreichsteiner Gemeindeau: „Der fehlende Niederschlag ist für ein regengespeistes Moor das größte Problem. Wasser, das es nicht gibt, kann man nicht zurückhalten“, erklärte der Geschäftsführer des Naturparks Heidenreichstein, Horst Dolak. Ein geringes Einzugsgebiet, ein hoher Birkenanteil und eine eventuelle Entwässerung durch die Forststraße Richtung Süden sind weitere negative Faktoren.

Um das Haslauer Moor ging es bei der Info-Veranstaltung in Amaliendorf: Biologe Axel Schmidt, Margit Gross vom Naturschutzbund, Kulturinitiativenobmann Christian Boigenzahn, Angelika Ebhart und Stefan Schörghuber von den Bundesforsten.  |  Michael Schwab

Durch Aufstauungen entlang der Forststraße soll das Wasser zurückgehalten werden, auch die Entfernung der dort wachsenden Birkenallee ist geplant. Im nördlichen Teil des Moores sollen einzelne Fichtenstämme samt Wurzeltellern entfernt werden – in den entstehenden Löchern soll sich wieder das Torfmoos entwickeln können. Im südwestlichen Bereich soll der reine Forst in einen ökologisch wertvollen Mischwald umgewandelt, durch das Abtragen von Wällen soll das Grundniveau an jenes der Moorfläche angepasst werden. Es ist außerdem vorgesehen, die offene Moorfläche durch Pflegemaßnahmen offen zu halten.

Renaturierungsmaßnahmen sollen weiters auch im Bummermoos (Brand-Nagelberg) im Rahmen des Projekts „Connecting Nature“ erfolgen. Vorbereitungsmaßnahmen für eine Renaturierung sind auch im Schremser Moor geplant.