Skurriler Vorfall: Negativ, obwohl ungetestet?. Weitraer verweigerte nach Anmeldung Coronatest, bekam aber trotzdem ein Ergebnis.

Von Markus Lohninger und Maximilian Köpf. Erstellt am 03. März 2021 (05:12)
Mit Nachmeldungen: 2.088 Neuinfektionen registriert
BUNDESHEER

Zusätzliche Teststraßen, erweiterte Optionen – und ein Test, der ungenutzt im Kübel landete und trotzdem ein Ergebnis zur Folge hatte: Es tut sich allerhand an der Coronatest-Front im Gmünder Bezirk.

Von Weitra nach Litschau, von Litschau nach Allentsteig. Da wäre zunächst der seltsame Fall des David Zach. Der Weitraer staunte nicht schlecht, als er vor wenigen Tagen spätabends ein negatives Antigentest-Ergebnis per SMS zugeschickt bekam: Er hatte gar keinen Test gemacht.

Der 28-Jährige war mit Gattin Diana (23) kurz nach Testschluss in Litschau vor verschlossenen Türen gestanden, also ging‘s nach Allentsteig, wo sich dann die Hoffnung auf den Rachenabstrich zerschlug – der ist in Teststraßen wie berichtet nicht mehr erlaubt. „Uns wurde ein Nasenbohrertest angeboten, also haben wir zugesagt“, schildert Zach. „Im Endeffekt war es aber ein normaler Nasentest. Meine Frau hatte Probleme mit den Polypen, ist sehr empfindlich. Sie hatte beim Test Schmerzen, auch nachher Schwindel und Kopfschmerzen.“ Daraufhin wollte Zach seinen Test selbst durchführen. „Das ging aber nicht, also hab ich den Test vor Ort weggeschmissen.“

Frage zum falschen Negativtest ungeklärt

„Dann haben die beiden die Teststation verlassen“, sagt der für die Station zuständige Martin Baireder, Organisationsleiter der Rot-Kreuz-Bezirksstelle Allentsteig, der den Vorfall weitgehend bestätigt – nur: „Es gibt bei uns keinen Nasenbohrertest, nur den normalen Nasenabstrich. Der ist bei der Frau laut unserem Tester ganz normal abgelaufen. Er hat keine Anzeichen von Schmerzen erkannt.“ Nachsatz: „Die beiden dürften schon bei der Anmeldung etwas genervt gewesen sein, weil sie in Litschau vor verschlossenen Türen gestanden sind.“

Warum David Zach ein negatives Testergebnis erhalten habe, ohne getestet worden zu sein, das kann sich Baireder auch nicht erklären: „Mit der Auswertung hat das Rote Kreuz nichts zu tun.“ Die läuft über die Gemeinde und Notruf NÖ – eine NÖN-Anfrage bei Notruf NÖ blieb trotz einwöchiger Wartezeit unbeantwortet. Diana Zachs durchgeführter Test fiel übrigens tatsächlich negativ aus.

Nicht zum Elch-, sondern zum Elk-Test

 Im Service-Center von Fertighaus-Marktführer Elk in Schrems wurde indes nach zuvor internen Testungen am 1. März erstmals auch die Öffentlichkeit zum Test geladen. Elk stellt wie berichtet eine Teststraße mit kostenlosen Tests und offiziellen Ergebnissen, die auch ins System von testung.at eingespeist werden.

Start für die öffentliche Teststraße bei Elk-Fertighaus: Katharina Katzenschlager, Michaela Ardelt, Testerin Elisabeth Raab, Margit Decker vom Service-Center und Stefan Ferus (von links nach rechts) am Montagvormittag.
privat

Die mehr als 800 Mitarbeiter, aber auch testwillige Externe, können nun montags (11-15.30 Uhr) und freitags (9-14) nicht nur für den Job, sondern zum Beispiel auch für den geplanten Frisör- oder Eltern-Besuch ihren Covid-Status bestimmen lassen. Ziel ist es wie berichtet, eines Tages auch eine Elk-Impfstraße zu installieren.

Auch Amaliendorf-Aalfang testet

Auf kommunaler Ebene ist indes die Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang die zehnte der 21 Gemeinden im Gmünder Bezirk mit eigener Teststraße. Als Einstimmung auf das Wochenende wird hier freitags von 19 bis 21 Uhr am Gemeindeamt getestet.

Aus Bad Großpertholz, der neunten Teilnehmergemeinde, berichtet Bürgermeister Hermann Hahn von einem erfolgreichen Start am vorigen Mittwochmorgen beim Moorbad: Hahn hatte selbst die Anmeldung und Nachregistrierung übernommen, keiner der ersten 65 Getesteten war positiv.

Mehr Angebot in Apotheken

Auf Vermittlung von WK-Bezirksobfrau Doris Schreiber erweitert die Schremser Apotheke Fürnkranz ab 15. März den Mittwochs-Termin um den Montagvormittag (8-10 Uhr) – „um etwa hinsichtlich körpernaher Dienstleistungen zum Wochenbeginn ein besseres Angebot zu schaffen“.

Ausgedehnt wurden die Vormittagszeiten der Apotheke zum Auge Gottes am Gmünder Stadtplatz: Getestet wird hier montags und freitags schon ab 6.30 und bis 8.15 Uhr, mittags bleibt es an beiden Tagen bei 12.15 bis 14.30 Uhr (Voranmeldung). „Damit schließen wir eine zeitliche Testlücke“, sagt Gottfried Libowitzky.