Faulbrut in Schrems: Zwei Sperrzonen. In Schrems trat die Amerikanische Faulbrut auf. Ein Zwettler Cluster betrifft den Bezirk Gmünd.

Von Karin Pollak. Erstellt am 15. Mai 2021 (05:15)
Der Bezirksobmann der Imker Franz Leutner kennt die Amerikanische Faulbrut genau: „Diese Krankheit ist für Imker und Bienen schlimm, für die Menschen aber ungefährlich! “ Im Bild mit seinem Enkel Michael.
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Für jeden Imker ist das Auftreten der „Amerikanischen Faulbrut“ in ihren Bienenvölkern schlimm, die Auswirkungen massiv. Mit dieser Erkrankung der Bienenbrut muss sich derzeit ein Imker aus der Gemeinde Schrems beschäftigen. Von der Bezirkshauptmannschaft Gmünd wurde das Gebiet um Eugenia in einem Umkreis von drei Kilometern zum „Sperrgebiet“ ernannt.

Strafen drohen

Der Bescheid mit allen dazu erforderlichen Auflagen wurde seitens der Behörde an alle betroffenen Gemeinden, Imker, Imkervertreter und Polizeiinspektionen übermittelt. „Bienenvölker dürfen aus dieser Zone nicht ausgebracht und nur mit Bewilligung der Bezirkshauptmannschaft Gmünd in die gekennzeichnete Zone eingebracht werden“, heißt es darin. Ebenso müssen die Bienenhalter alle Bienenvölker bei der Bezirkshauptmannschaft melden und den Sachverständigen die Untersuchung ermöglichen. Wer sich nicht an diese Verordnung nach dem Bienenseuchengesetz hält, hat mit einer Geldstrafe von bis zu 4.360 Euro zur rechnen.

Krankheit tritt öfter auf

„Vor zwanzig Jahren haben wir diese Krankheit nur aus Büchern gekannt, jetzt kommt sie leider immer wieder vor. Sie ist für den Menschen aber unbedenklich“, erklärt Bezirksobmann der Imker, Franz Leutner aus Weitra. Die Übertragung sei relativ einfach: „Es reicht, wenn in einem Bienenglas, das entsorgt wird, die Sporen vorhanden sind. Die Biene sucht Futter und schon ist sie infiziert.“

Ist das passiert, dann müssen die Bienenstöcke kontrolliert werden. Dafür sind im Bezirk Gmünd die beiden Sachverständigen der Bienenzucht, Herta Kainz und Karl Holzmüller, beide aus der Gemeinde Hoheneich, zuständig.

Ähnlich wie Corona

„Wir werden von der Bezirkshauptmannschaft beauftragt und müssen innerhalb der Sperrzone alle Bienenvölker kontrollieren. Dazu werden einige Waben geöffnet. Sollte die Brut stark befallen sein, dann müssen leider die Bienen abgetötet und die Waben verbrannt werden. Ansonsten kann der Bienenstock saniert werden. Das passiert laut den genauen Vorgaben der AGES“, erklärt Kainz. „Auf jeden Fall ist es eine harte Geschichte für die Imker, er muss ja alle Bienenstöcke sanieren“, betont Kainz, die damit durchaus eine Ähnlichkeit mit dem Corona-Virus sieht: „Ist eine Person einer Familie betroffen, dann müssen ja alle in Quarantäne.“

Rund zwei Monate kann es dauern, bis die Sperrzone wieder aufgehoben werden kann. „Aber nur, wenn bei der Nachkontrolle die Brut in Ordnung ist“, meint die derzeit besonders geforderte Fachfrau.

Zwettler Cluster greift auf Gmünder Bezirk über

 Der Kollege von Herta Kainz, Karl Holzmüller, ist ebenfalls fleißig unterwegs. Aktuell gibt es nämlich einen weiteren „Faulbrut-Cluster“ im Bezirk Zwettl. Die hier verhängte Sperrzone greift in den Bezirk Gmünd über. Die hier lebenden Bienenstöcke kontrolliert Holzmüller.

„Trotz sorgfältiger Betreuung kann diese hochansteckende Bienenkrankheit auftreten. Somit sind Schuldzuweisungen völlig fehl am Platz“, meint Kainz, und: „Der Honig dieser Bienen kann bedenkenlos genossen werden.

Im Bezirk Gmünd gibt es an die 1.700 Bienenvölker und sechs Imker-Ortsgruppen.