CoV-Häufung: Geburtstags-Cluster nicht einziger Grund. Keine wirkliche „Osterruhe“ für die Bezirkshauptmannschaft Gmünd: Personal ist durch die Aufarbeitung einer Häufung an Coronafällen gefordert – nicht nur wegen eines Geburtstags-Clusters in Amaliendorf. Gmünder Bezirk ist insgesamt wieder im Spitzenfeld der bundesweiten Coronaentwicklung angelangt.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 04. April 2021 (17:11)
Symbolbild
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Gerüchte über einen Cluster in der Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang infolge einer 50er-Feier am vorigen Wochenende mit Familie und Nachbarn kann Bezirkshauptmann Stefan Grusch auf NÖN-Nachfrage zumindest teilweise bestätigen: Er nennt kein Alter und keinen Anlass, spricht aber von „einer Feier im privaten Bereich“, die etliche Infektionen nach sich gezogen habe. Die Familie sei relativ groß und verzweigt, zudem seien auch einzelne weitere Gäste dazugestoßen – und hätten Nachbarn über den Zaun gratuliert.

 „7-Tages-Inzidenz“ in Amaliendorf weit über 1.000

Genau ist das Ausmaß noch nicht erfasst, per Sonntagnachmittag halte die Gemeinde mit 730 Einwohnern im Hauptort Amaliendorf aber bereits bei 29 Erkrankten – die „7-Tages-Inzidenz“ liegt damit weit über 1.000.

Insgesamt kletterte die „7-Tages-Inzidenz“ im Gmünder Bezirk laut AGES-Übersicht binnen wenigen Tagen um etwa hundert auf 340 nach oben, der Bezirk drang nach einigen Wochen wieder ins Spitzenfeld der bundesweiten Statistik vor.

Hohe Fallzahlen auch im Schremser Gemeindegebiet

Ursache für diese Entwicklung sei nicht nur der Geburtstags-Cluster in Amaliendorf, betont Bezirkshauptmann Grusch: Er spricht von einem „generell sehr hohen Infektionsgeschehen“. So weitet er Gerüchte über hohe Fallzahlen in der Schremser Katastralgemeinde Langschwarza auf das Gemeindegebiet an sich aus. Auch hier liege die „7-Tages-Inzidenz“ bereits bei über 500. Das ist insofern bemerkenswert, als hohe Werte im Gmünder Bezirk bisher primär in Kleingemeinden errechnet wurden, wo sich einzelne infizierte Familien durch die Hochrechnung auf 100.000 Einwohner statistisch wesentlich stärker auswirken. Schrems ist aber mit gut 5.400 Hauptwohnsitzern die einwohnerstärkste Gemeinde des Bezirkes.

Testungen als „Um und Auf“

Insgesamt registrierte die Behörde zwischen Donnerstag und Nachmittag des Ostersonntags bereits 79 Neuinfektionen – so viele, wie schon längere Zeit nicht mehr. Der Gmünder Bezirk mit 36.500 Einwohnern hält bei 192 aktuell Infizierten, 443 Personen in Quarantäne und 2.441 jemals Infizierten. 

Angesichts der Entwicklungen wiederholt Bezirkshauptmann Grusch seine Appelle, die aktuell verordneten Maßnahmen einzuhalten – und ruft vor allem zum Mitmachen bei den kostenlosen Coronatests auf. Diese seien das Um und Auf, wenn es darum gehe, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen – kommunale Teststraßen sind im Bezirk auch am Ostermontag geöffnet.

Kostenlose Antigentests im Gmünder Bezirk:

Öffentliche Teststraßen:

Montag:

  • 7-9 Uhr Volksschul-Turnsaal Großschönau
  • 11-15.30 Uhr Service-Center
  • Firma Elk Schrems
  • 14-18 Uhr Stadthalle Schrems
  • 18-20 Uhr Gemeindeamt Hirschbach

Dienstag:

  • 14-18 Uhr Palmenhaus Gmünd
  • 16-20 Uhr Volksheim Heidenreichstein

Mittwoch:

  • 7-9 Uhr Moorbad Bad Großpertholz
  • 9-11 Uhr Stadthalle Schrems
  • 13.30-18 Uhr Hallenbad Litschau

Donnerstag:

  • 14-18 Uhr Volksheim Heidenreichstein
  • 14-18 Uhr ehemalige Post Weitra
  • 18-20 Uhr Gemeindeamt Hirschbach

Freitag:

  • 9-14 Uhr Fa. Elk Schrems
  • 10-14 Uhr Volksschule Hoheneich
  • 14-18 Uhr Palmenhaus Gmünd
  • 14-18 Uhr Stadthalle Schrems
  • 19-21 Uhr Gemeindeamt Amaliendorf

Samstag:

  • 8-12 Uhr Palmenhaus Gmünd
  • 8-12 Uhr ehemalige Post Weitra
  • 8-12 Uhr Hallenbad Litschau

Kostenlose Tests von Wirtschafts- und Arbeiterkammer:

Gmünd: „Haus der Wirtschaft“, Weitraer Straße 42 (telefonische Voranmeldung unter 0676/828 32213), Mi./Do., jeweils 9-15 Uhr

Kostenlose Tests in Apotheken (gegen Voranmeldung): Gmünd, Apotheke „Zum Auge Gottes“; Heidenreichstein, „Zur heiligen Margaretha“; Schrems, Stadt-Apotheke Fürnkranz; Weitra, Apotheke „Zum schwarzen Adler“

Menschen mit Symptomen rufen Tel. 1450 oder den Hausarzt

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