Der Verkehr bewegte

Erstellt am 27. Februar 2013 | 00:00
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Foto: NOEN, Markus Lohninger
Polit-Diskussion / Das Thema Verkehr war auch ein Hauptthema der Debatte zur Landtagswahl mit Schülern der Schremser Berufsschule.
Von Markus Lohninger

SCHREMS / Der Ton in der Politik, Rezepte gegen Arbeitslosigkeit, die Verkehrs-Infrastruktur, Spekulationen mit Steuergeld und das Einbringen von Ideen in die Landespolitik – das waren die Themen, über die am 20. Februar im voll besetzten Festsaal der Landesberufsschule Schrems debattiert wurde. Eingeladen hatte zur einzigen überparteilichen Diskussion im Bezirk die Direktorin Gertrude Marek, als Gäste empfing sie Patrick Layr (Bezirksobmann Junge VP), die Abgeordneten Konrad Antoni (SPÖ), Benno Sulzberger (FPÖ) und Emmerich Weiderbauer (Grüne) sowie Karl Kaufmann (Team Stronach) am Podium. Von den Mutbürgern, die im Bezirk als sechste Partei zur Wahl stehen, war niemand mit dabei.

Erstmals gelacht wurde im Publikum nach einem Versprecher Kaufmanns („Ihr dürft’s nicht alles auf den Frank anwenden, es sind ja auch gute Leute dahinter…“), den ersten kräftigen Beifall erntete Antoni von den Jugendlichen für seine Kritik am Umgangston in der Politik: „Der Wortschatz von Stronach und Pröll lässt zu wünschen übrig. Man weiß nicht, wer von ihnen wofür steht, weil sachpolitische Themen wenig bis nicht behandelt werden.“ Sulzberger, der mit 66 Jahren nicht mehr zur Wahl antritt, pflichtete ihm bei.

„In jedem Dorf ein Saufhaus bringt ja nix“

Patrick Layr griff das Thema Verkehrs-Infrastruktur bei der Frage nach Rezepten gegen die Arbeitslosigkeit auf. Es gelte, so der Fünfte der ÖVP-Bezirksliste, Betriebe anzusiedeln und leistungsfähige Verkehrsachsen zu bauen, damit Ballungsräume in weniger als einer Stunde erreicht werden können. „Auch in Wien fahren viele eine Dreiviertel-Stunde zur Arbeit“, sagte er, und: „In Niederösterreich wird viel gegen die Jugendarbeitslosigkeit getan, wir stehen im überregionalen Vergleich gut da.“ Erwin Pröll habe sich, so Antoni (SPÖ), für den Wellness- und Tourismusstandort Waldviertel und gegen Schnellstraßen- und Autobahn-Pläne ausgesprochen: „Er will einen sanften Ausbau, was kriegen wir? Eine Umfahrung, wo wir nicht überholen können, eine dritte Ampel in Weikersdorf. Wir wollen eine hochwertige Infrastruktur und keinen sanften Ausbau!“ Tosender Applaus. Das Thema bewegt auch die Jugend.

Stronach-Bezirkskandidat Karl Kaufmann forderte vier Spuren für die Straße, zwei für die Bahn. Den Ausbau des öffentlichen Verkehrs forderte indes Weiderbauer (Grüne): „Wir sind für ein 365-Euro-Jahresticket für alle Niederösterreicher, das für Bus und Bahn gleichermaßen gilt.“

Erfolgreiche Projekte würden von der herrschenden Partei vereinnahmt, klagte Walter Naderer (Team Stronach) aus dem Publikum, seinem Freund – dem Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann – sei daher ein Firmenbesuch des Team Stronach im Zwettler Erfolgsbetrieb unterbunden worden. Antoni beklagte indes von der ÖVP abgelehnte SPÖ-Anträge, die dann oft als ÖVP-Anträge neu in den Landtag eingebracht und abgesegnet würden. Schützenhilfe leistete ihm Sulzberger (FPÖ).

Zum Thema Jugend wurde schließlich Patrick Layr, Jüngster der Diskutanten, gefragt. Viel sei in der Richtung im Waldviertel passiert, sagte er und verwies etwa auf Förderungen von Jugendzentren: „Jede Gemeinde hat einen Jugend-Gemeinderat. Setzt euch mit ihm zusammen und sagt: ‚Hörst, das ist deine Aufgabe.‘“ Dazu Karl Kaufmann, vor seiner Polit-Karriere 33 Jahre lang mit Erfolg Betreiber der Disco in Kirchberg: „Es bringt ja nix, wenn wir in jedem Dorf ein Saufhaus machen.“