Diesner-Wais ist erstes Wahl-Opfer

Erstellt am 13. März 2013 | 00:00
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Mandat verloren / Martina Diesner-Wais muss Bundesrat verlassen. Fix sind bis dato nur die Landtags-Mandate von Hofbauer und Gabmann.
Von Markus Lohninger

BEZIRK GMÜND / Zehn Jahre, nachdem die Schremser Stadträtin Martina Diesner-Wais auf einem Mandat des Bauernbundes in den Bundesrat eingezogen ist, muss sie den Hut nehmen: Die ÖVP verlor durch ihr Minus von 3,6 Prozent bei der Wahl einen Sitz im Landtag, der einen Prozess in Gang setzte, der bei der Bundesrats-Abgeordneten aus Pürbach stoppte. Sie wird den Platz in vier Wochen für den Waidhofner Spitzenkandidaten Eduard Köck räumen müssen.

„Das tut weh“, gesteht die 45-Jährige: „Aber man muss die Täler kennenlernen, damit man wieder auf Berge steigen kann.“ Da Gmünd zu klein für ein Direktmandat ist, sei man eben auf spezifische Konstellationen mit den anderen Bezirken angewiesen. „Trotzdem bedanke ich mich für die vielen Vorzugsstimmen, danke allen für das Vertrauen und die Zusammenarbeit. Ich habe mich für meine Region eingesetzt, wo es ging, habe zum Beispiel mit Erfolg für die Zukunft der Mammografie und für die Einführung des Landesberufsschul-Zweiges Steuerassistent in Schrems gekämpft“, blickt Martina Diesner-Wais zurück. Dem Stadtrat von Schrems bleibt sie freilich erhalten, genauso etlichen ehrenamtlichen Funktionen. „Fad wird mir nicht, zumal mir in der Landwirtschaft, in der Firma meines Mannes und mit der Familie genug Aufgaben bleiben.“

Seinen Platz im Landtag behalten darf ihr Parteikollege Johann Hofbauer. Der 63-Jährige will sich in seiner fünften Funktionsperiode besonders für die Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt, den Ausbau des Verkehrs („noch im März gibt es die nächste Besprechung“) und das grenzüberschreitende Spitalprojekt Healthacross einsetzen.

Antoni und Kaufmann müssen noch hoffen 

 

Als Ziel gibt er zudem die Bewerbung des Bezirks für die Landesausstellung 2017 an. „Go17 ist ein großes Thema“, sagt Hofbauer: „Ich werde nicht müde werden, dafür zu kämpfen. Da geht es um einen Regional-Entwicklungsplan für die nächsten Jahre.“ Das Ausscheiden von Diesner-Wais aus dem Bundesrat bedauert Hofbauer, „sie war ein Partner für Bundes-Angelegenheiten und hat ihre Sache mit viel Engagement gemacht.“

Während bei Wahlsieger ÖVP also die Würfel gefallen sind, nehmen die Teams der anderen Parteien schleppend Form an.

In der SPÖ ist die neue Führung gefunden, die Verteilung der Mandate wird aber erst im Lauf der Woche erwartet. Konrad Antoni blickt daher auf unruhige Tage zurück, „die Chance auf einen Verbleib im Landtag kann ich nicht beziffern.“ Ob unter den neuen Vorzeichen sein für Herbst geplanter Umzug ins Parlament wackelt? „Die Nationalrats-Liste wurde vom Landesparteirat abgesegnet“, hofft der Kleedorfer, dass die Vereinbarung auch unter neuer Führung aufrecht bleibt.

Ernest Gabmann jun. bestätigte vorige Woche, dass er für das Team Stronach nicht als Landesrat, aber als Abgeordneter in den Landtag einziehen werde. Sein Kirchberger Parteikollege Karl Kaufmann stand als Sechster auf der Kandidatenliste, hatte die Parteistruktur im Waldviertel aufgebaut. Frank Stronach hat noch ein Abgeordneten-Mandat zu vergeben – und Kaufmann wäre der nächste an der Reihe. Der tappt aber immer noch im Dunkeln: „Am Mittwoch tagen in Altlengbach alle Bezirks-Vertrauensleute des Landes. Da werde ich hoffentlich erfahren, wie es weitergeht.“