Für die B30-Engstelle in Langegg wird es eng. Sicherheit und neues Bauland: ÖVP für Abbruch von „Wia z‘haus“ in Langegg. Harrer: „Projekt längst angelaufen.“

Von Karl Tröstl und Markus Lohninger. Erstellt am 05. März 2021 (05:00)
Stellen die markante Engstelle in Langegg zur Diskussion: Abgeordnete Martina Diesner-Wais, Stadtrat David Süß (beide ÖVP), der pensionierte Straßenmeister Helmut Rausch und Gemeinderat Wolfgang Zibusch (ÖVP, v.l.).
Karl Tröstl

Das aus dem 14. Jahrhundert stammende Gasthaus in Langegg ragt in die stark befahrene B30 – mitten im Ortszentrum und im Kreuzungsbereich zur L66 in Richtung Brand. Die Ecke des Hauses wurde schon mehrfach von Lkw gestreift, die Besitzer wären einem Verkauf des gesamten Areals gegenüber nicht abgeneigt. Nun erreicht die Debatte über die markante Engstelle in der Schremser Katastralgemeinde die politische Ebene.

Zibusch: Platz für Baugründe

Die Schremser ÖVP schlägt nämlich den Ankauf durch die Stadtgemeinde vor: „Durch ein solches Projekt könnte die Verkehrssicherheit in Langegg deutlich verbessert und das Gefahrenpotenzial abgewendet werden. Zudem wäre die Schaffung von mehreren Bauplätzen auf dem dazugehörigen Grundstück möglich. Eine angrenzende Wiese könnte an interessierte Landwirte weiterverkauft werden“, sagt der aus Langegg kommende ÖVP-Gemeinderat Wolfgang Zibusch: „Dadurch käme ein großer Teil des Kaufpreises zurück. In dem Fall könnten für junge Häuslbauer einige attraktive Baugründe bereitstellt werden. Infrastruktur wie Kanal und Wasser ist bereits vorhanden.“

Diesner-Wais und Süß berichten von Förderbereitschaft des Landes NÖ. Nationalrats-Abgeordnete Martina Diesner-Wais und Stadtrat David Süß berichten von ersten Gesprächen mit der zuständigen Abteilung im Amt der NÖ Landesregierung. Demnach würde sich das Land mit einer Förderung von 30 Prozent an Ankaufs- und Abbruchkosten beteiligen. Dazu müsse vorab ein Gutachten des Gebietsbauamts für das Gebäude eingeholt werden. Die Herstellung der Fahrbahn würde die NÖ Straßenbaudirektion übernehmen, für die Nebenanlagen wäre wie üblich die Gemeinde zuständig.

„Mit dieser Idee könnten wir viel bewirken: bessere Lebensqualität, mehr Sicherheit und vor allem weniger brenzliche Situationen. Auch der zu schmale Gehsteig könnte im Zuge dessen verbreitert werden. Wichtig ist, dass nun alle Parteien für dieses Projekt an einem Strang ziehen“, sagen Martina Diesner-Wais und David Süß bei einem Gesprächstermin mit der Gmünder NÖN.

SP-Harrer fühlt sich an Radar-Wirbel erinnert

SPÖ-Bürgermeister Karl Harrer fühlt sich, von der NÖN zur Engstelle befragt, an den Polit-Wirbel rund um die Zusage von Bund und Land für die Schaffung einer Radarbox im Gemeindegebiet erinnert. Er hatte sich damals entrüstet, weil er als Antragsteller über VP-Mandatare aus der NÖN vom Ergebnis erfahren hat. „Es kann nicht sein, dass alle Schremser Verkehrs-Angelegenheiten plötzlich das große Thema der ÖVP sein sollen“, sagt er nun.

Das Langegger Projekt sei bereits vor einem halben Jahr ins Rollen gebracht worden, weil ihm das Wohl der Bevölkerung natürlich am Herzen liege, betont er. „Es gab eine Unterschriftenliste, Gespräche wurden mit den Eigentümern und wegen der Gesamtsituation etwa hinsichtlich Entwässerung oder des Kreuzungsbereiches auch mit anderen Anrainern geführt. Wir warten auf Ergebnisse von Planungen der Straßenbauabteilung im Land NÖ, um zu wissen, was konkret passieren soll, und um über die Finanzierung nachdenken zu können“, betont Harrer. Denkbar sei etwa, dass auch nur ein Gebäudeteil abgetragen werde.

Was sagen überhaupt die Besitzer? Von der Familie Schmidt, die das Langegger „Wia z’haus“ besitzt und auch als Trafik, Lotto-Toto-Annahmestelle und Paketshop betreibt, wird auf NÖN-Nachfrage grundsätzlich Verkaufs-Bereitschaft bestätigt.

„Eine Notwendigkeit besteht aber nicht!“, meint Gerhard Schmidt. Allerdings erwähnt er sein Alter – und den Umstand, dass kein Nachfolger vorhanden sei. Sollte ein Komplett-Verkauf zustande kommen, dann werde er mit seiner Gattin den wohlverdienten Ruhestand antreten und diesen in einer Wohnung genießen.