Energiezukunft wird „grün“. Photovoltaik-Anlage bei der Kläranlage wird ausgebaut, der Energieverbrauch in öffentlichen Gebäuden optimiert. An den Umlaufbeschlüssen gab es erneut Kritik.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 19. September 2020 (05:13)
Symbolbild
NÖN-Archiv

Der Gemeinderat hat einmal mehr über den Umlaufweg den Weg in eine „grünere“ Energiezukunft eingeschlagen: Zur Erweiterung der Photovoltaikanlage bei der Kläranlage wurde ein Grundsatzbeschluss gefasst.

Zu den bestehenden Paneelen auf einer Dachseite des Technikraumes sollen weitere auf der zweiten Dachseite und den drei Faultürmen kommen, sagt Stadtamtsleiter Jürgen Uitz. Die Stromgewinnung soll damit um mehr als das Dreifache gesteigert werden – und die Hälfte des Stromverbrauches der Kläranlage abdecken. Die Finanzierung soll über ein Sparbuch-Bürgerbeteiligungsmodell erfolgen: Laut Uitz werden dafür etwa 128 Sonnenbausteine zu je 350 Euro ausgegeben, man kalkuliere einen Zinssatz von zwei Prozent und etwa zehn Jahre Laufzeit.

Das Modell habe sich in anderen Gemeinden bewährt: „Wir hoffen, dass es gut angenommen wird.“ Voraussetzung ist allerdings, dass eine Bank als Partner gefunden wird. Die Energie- und Umweltagentur NÖ wurde mit der Umsetzung des Unterstützungspaketes beauftragt – zum Gesamtpreis von maximal 1.230 Euro (unter Berücksichtigung des Veranstaltungsschecks). In spätestens 13 Jahren soll das Projekt abbezahlt sein, sagt Uitz: „Treffen alle Förderungen ein, rechnen wir inklusive der zweiprozentigen Verzinsung mit 47.000 Euro.“ Als Start für die Aufrüstung wird das Frühjahr 2021 anvisiert.

Erste Schritte für neue PV-Anlage

Zur Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage in Hörmanns wurde indes ein weiterer Grundsatzbeschluss gefasst: Ein Teil einer ehemaligen Schottergrube eigne sich gut dafür, erklärt Uitz. Der Gemeinderat beschloss die Einleitung des Umwidmungsverfahrens.

Energieverbrauch wird optimiert

Als Beitrag zum Energiesparen wurde ein Sanierungs- und Optimierungskonzept für Gemeindeamt, Volksschule und Hallenbad beschlossen. Laut Uitz betrifft das vor allem Heizungen: „Das sind Maßnahmen, die sich relativ schnell umsetzen lassen.“ Es soll noch vor dem Winter abgeschlossen werden. Für die Umsetzung wurden beauftragt: die Elektro Heißenberger OG (Kosten: etwa 22.100 Euro), die Hauer GmbH (etwa 16.000 Euro, inklusive Steuer) und die Hydro Ingenieure im Rahmen des erteilten Auftrages des Stadt rates. Durch Förderungen sollen der Gemeinde nur 25 Prozent der Kosten übrig bleiben.

Erneut Kritik am Umlaufweg

Die Beschlüsse waren einstimmig, bei der Protokoll-Genehmigung gab es allerdings fünf Stimmenthaltungen (vier SP, eine BBL): Bürgerlisten-Mandatar Roland Edinger kritisierte erneut die Umlaufbeschlüsse: „Was ist das für eine Demokratie?“ Er denke über einen Dringlichkeitsantrag nach, sollte die nächste Sitzung wieder auf dem Weg erfolgen.

Kritik kommt auch wieder von der SPÖ: „Das ist einfach nicht in Ordnung. Wir hätten eine normale Sitzung machen können“, so Stadtrat Gerhard Holzweber – er sorgt sich um die Amtsverschwiegenheit der Umlaufbeschlüsse: „Die Mails können andere Leute auch lesen.“ Die nächste Sitzung soll laut Uitz – sofern Covid-bedingt zulässig – öffentlich und in physischer Anwesenheit stattfinden.