"Heute beginnt die digitale Zukunft in Moorbad Harbach"

Das Projekt „Glasfaser“ kann in der Gemeinde Moorbad Harbach abgehackt werden. Die Fertigstellung wurde am 14. Oktober im Beisein von Landesrat Jochen Danninger im Steinbrunner-Hof begangen. Die Freude über das 80 Kilometer lange Glasfasernetz war allen Teilnehmern anzusehen.

Erstellt am 14. Oktober 2021 | 13:47

Laut Robert Bruckner vom Ingenieurbüro Henninger & Partner wurden seit Juni des Vorjahres dafür 33 Laufmeter Künetten gegraben, 60 Kilometer Leerrohre sowie 80 Kilometer Kabel zu 284 Liegenschaften verlegt. Mittlerweile haben sich 220 Haushalte für einen Glasfaseranschluss angemeldet, 120 davon können das schnelle Internet bereits nutzen.

Veranschlagt wurden für dieses Projekt 1,8 Mio. Euro, der Gemeinde Moorbad Harbach bleiben aber nur 220.000 Euro zu berappen, für den Rest gibt es Förderungen – das berichtete Vizebürgermeister Roman Prager beim Festakt.
Die Förderungen seien vorwiegend auf den großen Einsatz und der Hartnäckigkeit von Bürgermeisterin Margit Göll, wie Landesrat Danninger in seiner Ansprache betonte, zurückzuführen. „Dabei hast du auch auf andere Gemeinden geschaut, dafür danke ich dir“, meinte Danninger, der auf den – auch coronabedingten – täglich steigenden Datenverbrauch und der dafür notwendigen Infrastruktur einging. „Niederösterreich ist dabei ein Vorreiter. Wir haben uns ein Ziel gesetzt und wollen das Glasfasernetz, die Infrastruktur der Zukunft, weiter ausbauen und konzentrieren uns dabei auf den ländlichen Raum. Um dieses Ziel erreichen zu können, müssen alle zusammenhelfen: Mobilfunker, Bund, Land und Gemeinden.“ Der Gemeinde Moorbad Harbach gratulierte er: „Heute beginnt hier die digitale Zukunft.“

Bürgermeisterin Margit Göll (ÖVP), die eigentlich gemeinsam mit dem Landesrat im Landhaus in St. Pölten hätte sein sollen, freute sich über viele Festgäste, darunter Bezirkshauptmann Stefan Grusch, Karin Weißenböck und Viktoria Magenschab vom Moorheilbad, die Altbürgermeister Gerhard Pichler und Wilhelm Peschke, die Kleinregion-Bürgermeisterkollegen Patrick Layr, Martin Bruckner und Hermann Hahn sowie die Vertreter der am Glasfasernetz-Ausbau beteiligten Firmen und die Gemeindemandatare.
Ihre „Reise zum Glasfasernetz“, die mit Sorgenfalten wegen der düsteren Zukunftsaussichten in Sachen Breitband in ihrer Gemeinde begann, ihr dann ein Glücksgefühl über die unverhoffte Förderung seitens der aufgelassen NÖ Grenzlandförderungs-Gesellschaft brachte und bis zur Feier anlässlich des Abschlusses des Glasfaserausbaues reichte, war emotionsgeladen. Sie dankte allen Beteiligten und hob dabei den Einsatz von Regionalentwickler Josef Wallenberger besonders hervor.

„Wir hatten die Förderzusage seitens der Grenzlandförderungs-Gesellschaft, aber wie wir dieses Geld anwenden sollten, wussten wir nicht. In einem Hinterzimmer einer Fleischhauerei in Gföhl hat Josef Wallenberger den Weg dazu aufgezeigt“, meinte Göll, die „dem Kämpfer für das Waldviertel“ ein „gläsernes“ Geschenk, das Glaskünstler Julian Weber aus Hirschenwies geschaffen hat, überreichte.

Aus dem anfangs nur für Harbach gedachten Glasfasernetz wurde bald ein Projekt für das  gesamte Gemeindegebiet und fünf weiteren Gemeinden im Norden des Bezirkes Gmünd. Es konntennämlch auch Förderungen seitens des Bundes lukriert werden. Jetzt ist das Glasfasernetz in der Gemeinde Moorbad Harbach bis auf ein paar Kleinigkeiten fertig und wird von der Gemeinde selber betrieben. Dafür wurde mittlerweile eine eigene Firma gegründet.