50 Millionen Euro: NBG schreibt Geschichte. Seit Montag fix: Baustart für kolossales Glasfaser-Rohlingswerk der NBG Fiber noch im Mai. Es ist eine der bisher größten privaten Einzel-Investitionen im Waldviertel.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 15. Mai 2019 (05:10)

Eine der größten privaten Einzel-Investitionen der Geschichte im Waldviertel startet: Im Access-Industrial-Park bei der Gmünder Stadtausfahrt in Richtung Nagelberg baut die NBG Fiber GmbH um 49,7 (!) Millionen Euro eine europaweit einzigartige Produktionsstätte für hochwertigste Glasfaser-Rohkörper. Die Verträge zur Finanzierung des kolossalen, 20 x 100 Meter großen und an der höchsten Stelle 25 Meter gen Wolken ragenden Bauwerkes wurden am 13. Mai unterzeichnet. Der Spatenstich erfolgt diese Woche, kommende Woche sollen die ersten Baumaschinen auffahren.

NBG Fiber ist eine Tochter der NBG-Holding um Glasfaser-Pionier Karl Bauer, Geschäftsführer ist Andre Schönauer. Er nennt zwei Gründe für die Verzögerung der 2017 exklusiv in der NÖN vorgestellten Pläne mit damals maximalem Kostenrahmen von „nur“ 36 Millionen Euro: Der Investor aus London habe abgesagt, zugleich habe sich der Bedarf für eine größere Projekt-Dimension herauskristallisiert.

„Bauen wir die Maximalvariante, vermeiden wir spätere Betriebspausen durch Umbauten.“Geschäftsführer Andre Schönauer

Beide Weichenstellungen sollten sich als Glücksgriffe erweisen. So wird das Werk mit angeschlossenem Bürogebäude, das vis-à-vis der bestehenden NBG-Zentrale unter anderem aus 360 Tonnen Stahlbau auf die grüne Wiese gestellt wird, zum rein österreichischen Projekt. 60 Prozent bleiben in NBG-Hand, der Rest verteilt sich unter anderem auf die Invest AG der Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich.

Die Verdoppelung der geplanten Kapazität begründet Schönauer schlicht mit der Nachfrage: „Bauen wir die Maximalvariante, vermeiden wir spätere Betriebspausen durch Umbauten.“ In Gmünd sollen ab Oktober 2020 in einem chemischen Prozess 90 kg schwere Rohlinge für 5,2 Mio. Kilometer Glasfaser pro Jahr erzeugt werden, Absichtserklärungen von Kunden liegen laut Geschäftsführer Schönauer beim dreifachen Volumen.

Er spürt nach 37 Monaten intensiver Vorbereitung „große Erleichterung. Ich freue mich über einen großen Schritt für Gmünd und für Österreich.“ Zum Produktionsstart sollen 35 Mitarbeiter bei NBG Fiber und zusätzlich gut zehn Mitarbeiter innerhalb der NBG-Holding beschäftigt sein. Schönauer beziffert die Ausgaben bei Waldviertler Firmen mit etwa zehn Millionen Euro – den Stahlbau übernimmt Stahl-Bauer, die Baumeister-Arbeiten Leyrer+Graf.