Ein Drittel mehr Gäste in Sole-Hotel. Die Gmünder Sole-Felsen-Welt kann von Trend zu Österreich profitieren. Tagesgäste kommen noch verhalten zurück.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 05. August 2020 (04:26)
Freude über die Auszeichnung als „Top-Familienhotel“ auf Kurzurlaub.at bei Andrea Dangl (Rezeptionsleitung), Geschäftsführer Bernhard Strohmeier, Küchenchef Peter Frühwirth, Gouvernante Daniela Pajones, Restaurantleiterin Alexandra Pesentorfer und Bettina Werner, Assistentin der Geschäftsführung (v.l.)
M. Lohninger

Jubelmeldung aus der Sole-Felsen-Welt Gmünd: Nach den schweren Monaten der Corona-Intensivphase schnellte im Juli der Zulauf zum Hotel gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel nach oben, auch das Restaurant liegt laut Geschäftsführer Bernhard Strohmeier trotz des Ausfalls geplanter Hochzeits-Gesellschaften „deutlich“ über den Umsatzzahlen des Vorjahres. Im Sole-Felsen-Bad sei mit etwa 27.000 Gästen der Juli-Wert des Vorjahres wiederholt worden.

Viele Hotelgäste zum ersten Mal in Gmünd

„Man merkt, dass Österreicher heuer verstärkt in Österreich urlauben. Sehr viele Gäste waren im Juli das erste Mal bei uns, die Rückmeldungen waren wirklich positiv“, glaubt Geschäftsführer Strohmeier, dass etliche neue Stammgäste dazu gewonnen werden konnten. Am vorletzten Juli-Wochenende war das Hotel erstmals wieder ausgebucht, insgesamt lag die Auslastung bei 66 Prozent – nach den 50 Prozent im Juli 2019. Im August hält Strohmeier anhand der vorliegenden Buchungen sogar eine Auslastung von bis zu 75 Prozent für möglich.

Option auf kostenloses Storno

Berechenbar sei der Zulauf im Coronajahr 2020 noch weniger als zuvor, sagt er: „Buchungen werden immer kurzfristiger. Viele warten die Entwicklungen ab.“ Als förderlich habe sich die Option auf kostenlose Verschiebungen und auch Stornos von Buchungen erwiesen, das sorge einfach für eine gewisse Sicherheit. „Diese Option wird das gesamte Jahr über so bleiben, so wie uns auch Corona wohl das ganze Jahr beschäftigen wird.“

Fokus auf Corona-Abwehr wird wieder geschärft

Aktuell registriert Bernhard Strohmeier eine wieder steigende Sensibilität der Gäste für das Corona-Thema. Die Nervosität steige etwas an, sagt er. Aus dem Grund sei nach Beschwerden etwa bereits der Buffetbereich erweitert worden, damit das Abstandhalten vor allem beim Frühstück leichter falle. Vorige Woche wurden neue Flyer aufgelegt, um die Verhaltensregeln verstärkt wieder ins Bewusstsein zu rücken. Nachgedacht wird auch über die freiwillige Rückkehr zur Schutzmaske für stark im Kundenkontakt stehendes Personal, sagt Strohmeier, „auch wenn das im Sommer wirklich schwer fällt“.

Schmerzliche Einschränkungen in der Saunawelt

Sehr wohl unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leidet noch der Betrieb im Sole-Felsen-Bad selbst, vor allem in der Saunawelt. Geschäftsführer Strohmeier führt die insgesamt starke Besucherzahl im Juli primär auf den Boom im Hotel zurück, „die externen Tagesgäste sind noch nicht wieder im gewohnten Ausmaß zurück – auch wegen der Einschränkungen“. So sind alle Aufguss-Saunen zur Wahrung der Hygienemaßnahmen – jede Schwitzkammer soll halbstündlich desinfiziert werden – tagsüber gesperrt, der Bademeister öffnet sie erst eine Viertelstunde vor einem Aufguss und lässt die abgezählte Zahl an maximal zugelassenen Besuchern rein. „Das ärgert Gäste, die die Salz- oder Waldsauna ohne Aufguss nutzen möchten“, sagt Strohmeier.

Insgesamt: Erwartungen übertroffen

Insgesamt sieht er die Erwartungen aber in allen Bereichen mehr als übertroffen. Das auch für die Öffentlichkeit zugängliche Restaurant habe sich grundsätzlich verbessert: „Auch wenn man den Anteil der Hotelgäste abzieht, haben wir hier im Vergleich zum Juli 2019 ein kräftiges Umsatzplus. Bei Mittagessen sind wir lange wieder am Level von vor Corona, nun zog auch der Besuch an Nachmittagen und Abenden an.“ Das Fehlen vieler Feste in der Region mache sich bemerkbar. In der Hotellobby wird wieder mit Live-Musik gestartet, die Plätze für den speziellen Barbecue-Abend mit Live-Musik am 7. August werden knapp. Auch Buchungen für Feiern nehmen zu.
Kurzarbeit ist im 185-köpfigen Team daher kein Thema mehr. Die komplette Mannschaft ist laut Strohmeier bereits wieder im Einsatz, ein großer Teil sogar im vor Corona gewohnten Stundenausmaß. Die Phase drei des Kurzarbeits-Modells soll daher – wenn nichts dazwischen kommt – nicht genutzt werden.

Erstmals als „Top-Familienhotel“ ausgezeichnet

Genau in die aktuelle Aufbruchs-Phase flatterte eine Nachricht des Online-Portals „Kurzurlaub.at“. Dort wurde das Sole-Felsen-Hotel anhand der Bewertungen und des Angebotes – vom „Solinchen-Club“ im Hotel mit Gratis-Kinderbetreuung bis zu Meerjungfrauen-Workshops im Bad – in den Rang eines „Top-Familienhotels“ gehoben. Nur fünf weitere Hotels in Österreich wurden heuer für den Award ausgewählt. Für Geschäftsführer Strohmeier hat die Auszeichnung nicht nur deshalb hohen Wert, weil bei Holidaycheck mit dem Gold-Award die Maximalstufe längst erreicht und keine weitere Steigerung möglich ist: „Kurzurlaub.at ist eine beliebte Plattform und ein wichtiger Partner für uns, der genau unsere Zielgruppen wie Pärchen, Familien und 50+ anspricht.“ Für das Portal werden nur dort buchbare Familienpackages geschnürt. Das Hotel hält hier bei 5,7 von 6,0 möglichen Bewertungspunkten der Gäste.