Erektion bei Massage: 33-Jähriger verurteilt. 33-Jähriger landete nach Lomi-Lomi-Massage vor Gericht. Die Masseurin bedauert: „Es war ein Fehler, dass ich ihn nicht gleich rausgeschmissen habe.“

Von Karin Pollak. Erstellt am 13. November 2019 (05:12)
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„Dass das passieren kann, habe ich bei der Ausbildung gelernt, es ist mir aber noch nie in der Praxis untergekommen“, sagt eine Masseurin (47) vorm Richter am Gmünder Bezirksgericht. Gemeint ist die Erektion, die ein in Gmünd arbeitender 33-Jähriger während der von der Masseurin durchgeführten Lomi-Lomi-Massage bekommen habe. Dadurch und durch sein Verhalten danach fühlte sich die Masseurin sexuell belästigt. Sie erstattete Anzeige.

Die Erregung sei optisch und durch Handlungen wahrzunehmen, das Ergebnis sichtbar gewesen, sagt die Masseurin. Ihr seien schon der erste Anruf und weitere Whats-App-Nachrichten ihres Neukunden komisch vorgekommen. Trotzdem habe sie ihn behandelt, die Massage auf seinen Wunsch hin etwas verlängert: „Das war ein Fehler, auch, dass ich ihn nicht sofort rausgeschmissen habe.“ Ansprüche stellt sie an den standhaften Kunden nicht, somit ist der Vorwurf der Gegenseite, sich bereichern zu wollen, vom Tisch.

„Ich hatte ja auch einen Geschlechtsschutz während der Behandlung.Der Angeklagte beteuert seine Unschuld – der Richter glaubt eher der Masseurin

Sie warnte danach auch ihre Arbeitskolleginnen via Handy. Angst und Schock seien tief gesessen, daher bitte sie auch um eine Vernehmung ohne den 33-Jährigen im Gerichtssaal. Das wird genehmigt. Der Kunde bestreitet den Vorfall. Die Hände seien während der Massage immer neben seinem Körper gewesen, er habe sein Geschlechtsteil nicht berührt und auch nicht mit einer Erektion geprahlt. „Ich hatte ja auch einen Geschlechtsschutz während der Behandlung.“ Sein deutscher Anwalt nennt widersprüchliche Angaben der Masseurin, beantragt Freispruch für den Mandanten.

Den gibt es vom Richter nicht. Für den 33-Jährigen setzt es wegen sexueller Belästigung 90 Tagsätze à 34 Euro oder 45 Tage Haft. „Es steht Aussage gegen Aussage, aber für mich ist die Version der Masseurin nachvollziehbar“, so der Richter. „Das ist nicht akzeptabel“, verlässt der Rechtsanwalt wütend und ohne Erklärung den Verhandlungssaal. Die Staatsanwaltschaft meldet keine Rechtsmittel an.