Gmünd

Erstellt am 19. September 2018, 04:43

von NÖN Redaktion

Führerloser Güterzugwaggon rollte bis nach Tschechien. Verschieber dürfte abgehängten Waggon nicht ausreichend gesichert haben – der rollte führerlos bis České Velenice.

Symbolbild  |  Olivier Le Queinec/Shutterstock.com

Kleiner Zwischenfall mit potenziell katastrophalen Folgen: Ein Güterzugwaggon rollte am 17. September gegen 8 Uhr früh führerlos von Gmünd nach České Velenice. Ein ÖBB-Mitarbeiter dürfte diesen Waggon nicht vorschriftsmäßig gesichert haben.

„Ja, diesen Vorfall hat es gegeben. Zu keinem Zeitpunkt ging aber von diesem Waggon eine Gefährdung aus“, betonte ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif gegenüber der NÖN.

Fakt ist, dass am Bahnhof von einer Güterzug-Garnitur ein Waggon abgehängt worden ist. Der Verschieber dürfte ihn nicht ausreichend gesichert haben, so machte er sich alleine von Gmünd nach Tschechien mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 15 km/h auf die Reise.

"Mit dem Verschieber wird ein Gespräch geführt"

Das Malheur wurde sofort gemeldet und alle notwendigen Schritte, wie die Schließung der Bahnkreuzung, gesetzt. „Es gab zu diesem Zeitpunkt auch keinen Zugverkehr von České Velenice nach Gmünd“, so Seif.

Der führerlose Waggon konnte zwischen den beiden Bahnhöfen gestoppt werden. „Natürlich wird mit dem Verschieber ein Gespräch geführt. Nach so einem Vorfall, der zum Glück ohne Zwischenfälle ausgegangen ist, kann und darf man nicht zur Tagesordnung übergehen“, meinte Seif.

Übrigens war das nicht der erste derartige Zwischenfall am Gmünder Bahnhof: Bereits 1997 berichtete die NÖN über eine Triebwagengarnitur, die auf einem Verschubgeleise in Richtung Eisenbahnkreuzung gerollt und dabei gegen einen Prellbock gestoßen ist. Dadurch wurde eine Lichtsignalanlage und der Bahnschranken beschädigt. Das gab es am vergangenen Montag zum Glück nicht.