Gmünd

Erstellt am 21. Januar 2019, 11:59

von Markus Lohninger

Kino: Hartes Jahr, gute Aussichten. Optimismus nach mäßigem Kinojahr. Erstes Highlight heuer wird „Queen“-Drama zum Mitsingen.

Julia Gaugusch-Prinz erwartet nach einem Besucherminus von zehn Prozent im Stadtkino Gmünd 2018 ein starkes Jahr 2019. Unter anderem schickt der Disney-Konzern mehrere Realverfilmungen ins Rennen, dazu folgen Fortsetzungen erfolgreicher Blockbuster.  |  Lohninger

2018 war das Jahr der Jubiläen für die Waldviertler Kinos von Julia Gaugusch-Prinz – in Zwettl wurde das zehnte Jahr unter Führung der Gmünderin gefeiert und am Firmensitz „100 Jahre Stadtlichtspiele Gmünd“.

Doch genauso, wie das Wetter den Jubiläums-Feierlichkeiten Striche durch die Rechnung machte, trugen auch die Kinofans unterdurchschnittlich stark zur Jubellaune bei: Passend zum Bundestrend (-11 % Gäste) verzeichnete das Kino Gmünd ein Besucherminus von zehn, jenes in Zwettl gar von zwölf Prozent. Das führt die Chefin auch auf die Fußball-WM zurück – Fußball-Großereignisse drücken traditionell wochenlang den Kino-Andrang. „Zugleich blieben einige US-Filme unter den Erwartungen. Solche Ausfälle können etwa in Frankreich durch eine sehr starke Filmszene kompensiert werden, der österreichische Film ist aber derzeit mehr oder weniger nicht existent“, sagt sie.

„Fifty Shades of Grey“ war die Nummer eins

Nur 4,3 Prozent der bundesweiten Besucher entfielen laut Gaugusch-Prinz auf den heimischen Film, der vor wenigen Jahren im Bereich Komödie/Kabarett Erfolge gefeiert hatte.

Auch der deutsche Film enttäuschte im großen Stil – hatte etwa „Der Schuh des Manitu“ als Rekordhalter anno 2001 mehr als 8.600 Gäste ins Kino Gmünd gelockt, so kamen die Top-5 2018 zusammen nicht auf diese Zahl, „Sauerkrautkoma“ kam mit 900 Gästen als einziger deutscher Film in die Top-10. Meistgesehen waren hier wie erwartet „Fifty Shades of Grey – Befreite Lust“ vor „Mamma Mia! Here we go again!“ mit je etwa 2.000 Besuchern.

„Peter Hase“ und „Bohemian Rhapsody“ kamen auf jeweils etwa 1.400 Gäste, wobei der Musikfilm über die Rockband Queen bis zum vorigen Wochenende stolze zwölf Wochen lang im Programm war und nach Triumphen bei den Golden Globes zur Oscar-Verleihung noch einmal belebt werden soll. Gaugusch-Prinz: „Viele Menschen waren für den Film mehrere Male im Kino.“ Einmal müssen sie wohl noch kommen – ist doch geplant, das Filmdrama im Februar in Mitsing-Fassung mit eingeblendeten Texten zu bringen. Unter anderem das Gruppen-Stampfen und -Klatschen im Kino zur Hymne „We Will Rock You“ ist zu erahnen…

Mehr als eine halbe Million Euro investiert 

Julia Gaugusch-Prinz geht nach dem harten Jahr für heuer von einem Sprung auf mindestens das Niveau von 2017 aus: „Das ist realistisch, weil kein Fußball-Highlight ansteht und sich ein tolles Film-Programm abzeichnet.“ Disney bringt unter anderem die Realverfilmungen von Dumbo, Aladdin, König der Löwen und die lang erwartete Fortsetzung von Frozen sowie Star Wars Episode 9, dazu stehen Fortsetzungen von Erfolgs-Prodduktionen wie Men in Black, X-Man, Toy Story oder Pets an.

NÖN

Freude kommt bei der Kino-Inhaberin auch auf, weil noch im März eine umfassende Komfort-Offensive für beide Kinos abgeschlossen werden soll. Etwa 576.000 Euro hat sie dafür in den vergangenen zehn Jahren in die Hand genommen, davon 300.000 für das Kino Zwettl. Heuer werden noch einmal etwa 130.000 Euro großteils bei regionalen Partnern investiert (davon 40.000 in Zwettl): In drei letzten Sälen – einer davon in Zwettl – soll ein neues Bestuhlungskonzept mit größeren Reihenabständen und VIP-Kinosesseln im hinteren Bereich realisiert werden („mindestens eine Reihe wird dadurch wohl fallen“), in allen Sälen sind zudem neue Tonanlagen für bessere Klangqualität und ein neues Beleuchtungs-Konzept vorgesehen.

„Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, dann wurden alle Kinosäle und Toiletten generalsaniert. Das ist dann eine gute Basis für die nächsten Jahre“, freut sich Gaugusch-Prinz.