Ökokreis um Heizwerk: Eine runde Sache

Wie Wärme & Strom besser nutzen? Pläne der G11-Gruppe um Heizwerk Gmünd begeisterten.

Erstellt am 19. Oktober 2021 | 16:13
g11
Baustellenbesuch bei der G11-Gruppe: Marco Sbaiz (G11), Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Landesrat Martin Eichtinger, Abgeordnete Martina Diesner-Wais und G11-Geschäftsführer Herbert Mandl (v.l.).
Foto: Markus Lohninger

Allerhand hat sich seit einer ersten NÖN-Story über millionenschwere Pläne der damaligen Bioma AG (nun G11) beim Heizwerk im Access-Industrial-Park mit Erdenwerk, Färberei, Fischzucht und Glashäusern getan, allerhand wird sich noch tun. Beeindruckt war nach einem Rundgang auch Landesrat Martin Eichtinger.

Der Gedanke hinterm Projekt, das nach Abschluss der geplanten nächsten Stufe fast 40 Millionen Euro verschlungen haben soll, ist denkbar einfach – und doch kompliziert. Neue Ökostrom-Tarife lassen einen wirtschaftlichen Kraftwerk-Betrieb nicht mehr zu, so Geschäftsführer Herbert Mandl zu Eichtinger: „Daher müssen wir eine Leistungsbremse einziehen. Wir derrennen nicht einmal die Abschreibung.“ G11 will daher auf 14ha Fläche einen großen Ökokreislauf ums Heizwerk aufbauen. Aktuell geht es darum, fürs Heizen unbrauchbare Teile des Waldhackgutes zu verarbeiten: Eine Kompostieranlage erzeugt schon „Happy Garden“-Kulturschwarzerde, ein Holzdekor-Werk samt angekaufter Hackschnitzel - Färberei (mit Verträgen für über 6.000 Paletten pro Jahr), Absack- & Palettieranlage, 1.000 m² Hallenbau und Lagerfläche ist im Entstehen. Geliefert wurde auch schon in die Arabischen Emirate, so Mandl. Strom und Hitze für den Trocknungsprozess kommen vom Heizwerk.

Im Finale des Einreichprozesses stehe zudem das Projekt für 12.000 m² Hallenfläche mit über 100 Fischbecken, wo 300 Tonnen Zander pro Jahr den Prozess von der Brut zur Verarbeitung durchlaufen. Verarbeiten will Mandl hier auch Teichwirte lassen, wenn gewollt mit Eigenpersonal: „Wir sind keine Konkurrenz, zumal es Frischzander auf Eis bei uns eigentlich nicht gibt.“ Abwärme und Strom aus dem Heizwerk sollen in die Halle fließen, Schlamm in die Kompostieranlage ablaufen. Mandl rechnet mit 50 Jobs, eineinhalb Jahren Bauzeit und noch einem Jahr, bis erste Zander am Teller landen. Auch ein Besucherzentrum plant er.

Bleibt die Vision für ein Glashaus-Projekt auf 7ha zum ganzjährigen Gemüsebau, das alles vereint: Wärme, Strom, Kompost, 400 m³ nährstoffreiches Fisch-Abwasser pro Tag. „Grandios“, applaudierte Eichtinger, und nahm eine Bitte mit: Dem Problem, dass Wärme nach České Velenice geliefert, aber das direkt hinter der Grenze liegende Magna-Werk rechtlich nicht mit Strom versorgt werden darf, will er nachgehen.