Marktlücke machte erfinderisch: Das Geschäft mit den Windeln

Erstellt am 30. September 2022 | 04:40
Lesezeit: 3 Min
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Feierten fünf Jahre Windeltorte.com: Sascha Hofmann, Susanne Zwettler, Bettina Müllner, Martina Fuchs, Melanie Kranabetter, Nicole Wurz, Lisa Dallinger, Stefanie Wiesmüller, Melanie Huber, Daniel Eder und Nadine Stangl (v.l.).
Foto: privat
Verkaufsplattform Windeltorte.com um Sascha Hofmann und Daniel Eder feierte 5. Geburtstag am neuen Firmenstandort.

Acht Jahre ist es her, dass Sascha Hofmann und seine damalige Partnerin nach der Geburt ihres Sohnes Fabio wegen fehlender Kreativität am Markt für Baby-Artikel selbst kreativ wurden. Die „Babybär Kollektion“ wurde im privaten Wohnhauskeller in Gmünd gegründet. Im September 2017 ging es schließlich so richtig los – mit dem Start der Verkaufsplattform https://www.windeltorte.com, über die gemeinsam mit Daniel Eder der Weg zur Serienproduktion mit einem heute etwa zehnköpfigen Team gelang. Das wurde nun unter dem Motto „Cheers to 5 Years!“ gefeiert.

Niemand habe damals ahnen können, in welche Richtung sich die Nachfrage entwickeln würde, blickt Geschäftsführer Hofmann zurück. Heute wird über den Webshop und Amazon verkauft, genauso bei regionalen stationären Händlern und über eine große internationale Online-Drogeriemarke. „20 bis eher 30 Pakete“ werden laut Hofmann täglich auf den Weg zu Kunden gebracht, oft bestückt mit mehreren Produkten aus eigener Herstellung. Zusätzlich werden immer wieder größere Spezialaufträge für Firmenkunden abgearbeitet.

Im eigenen Keller geht sich das schon nicht mehr aus: Nach langer Suche wurde im vorigen Winter auf etwa 140 Quadratmetern eine externe Produktionsstätte in einem Gebäude des ehemaligen Ergee-Areals in Schrems aufgebaut. Hofmann: „Hier kann dank ausreichender Lagerfläche auch vorproduziert werden, um Bestellungen innerhalb eines Tages verschicken zu können.“ Dadurch soll der Fokus nun auch in weitere Verkaufsländer wie Italien, Schweiz oder Frankreich gerichtet werden können.

Das System der Heimarbeit lebt wieder auf

Das Unternehmen sei auch durch Herausforderungen wie Pandemie, Rohstoffkrise oder bürokratische Hürden gewachsen. Er ließ das System der Heimarbeit, das das Waldviertel einst vor allem in der Textil- und Elektroniksparte geprägt hatte, wieder aufleben: Es ermögliche Müttern aus der Region den Wiedereinstieg in die Berufswelt im Einklang mit dem Kind, sagt Hofmann. Zehn Arbeitskräfte hat er zur Hand, eine davon ist für Spezialprojekte und als Ansprechpartnerin in Schrems vor Ort, eine befindet sich aktuell selbst in Karenz. – „Es ist unglaublich, was mein Team bis jetzt schon geschafft hat und noch in der Zukunft erreichen wird! Es erfüllt mich mit Stolz, ein solches Team geformt zu haben“, betont Hofmann, der das Geschäft mit Windeln & Co auch weiterhin nur neben seinem Hauptberuf bei einem großen Betrieb der Region betreiben will.

Wesentlichen Anteil am Höhenflug trage der Suchmaschinen-Optimierer Daniel Eder aus dem Mostviertel, den Hofmann bei einem Unternehmerkurs kennengelernt hatte. Über die vor fünf Jahren gemeinsam gegründete Verkaufsplattform werden mehr als 90 Prozent der Umsätze der „Babybär Kollektion“ erzielt. Eder bei der Feier: „Sie zaubern täglich mehrmals ein Lächeln in die Gesichter der frisch gebackenen Eltern, und auch an der Übergabe unserer Produkte haben die Menschen viel Freude.“

Zur Verwendung kommen hochwertige Produkte – hautfreundliche, Oeko-Tex-zertifizierte Lillydoo-Windeln oder Bio-Lätzchen von Framsohn in Heidenreichstein. Der Kreativität sind bei Windeltorten mit Motiven aus dem Tierreich, aus dem Sport oder mit Fahrzeugen kaum Grenzen gesetzt, das Angebot wird daher laufend um Produkte für Geburt, Babyparty & Taufe erweitert.