Weitblick führte zum Firmen-Erfolg für Helmut Schnabl. Kleinen Transportbetrieb zum Platzhirschen mit 110 Beschäftigten aufgebaut: Schillernde Karriere von Helmut Schnabl (67) gewürdigt.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 15. Juli 2020 (05:14)
Bei der Nachfeier: Rudolf Wittmann, Hubert Hauer, Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Günter Pfandler, Helmut Schnabl, Gerhard Seidl, Erna Schnabl, Martin Wabra, Hannelore Schnabl-Wabra, Prokurist Patrick Koppensteiner.
privat

Die Stadt Gmünd und der Ort Großreichenbach (Gemeinde Schweiggers) haben einen neuen Kommerzialrat: WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker verlieh diesen Berufstitel in St. Pölten an den Transport-Unternehmer und Logistiker Helmut Schnabl.

Das Lebenswerk des 67-Jährigen wird greifbar, wenn man die Vergangenheit der Gegenwart gegenüberstellt. Sein Großvater Franz hatte 1938 parallel zur eigenen Landwirtschaft in Großreichenbach das Einzelunternehmen für Milchtransporte umliegender Bauern gegründet, später seinem Sohn Josef übergeben. Als dessen Sohn Helmut, gelernter Einzelhandelskaufmann mit abgebrochener Lehrerausbildung, 1972 in die Firma eintrat, war sie ein Kleinbetrieb. Mut und Weitblick hat er da schon bewiesen, als er gegen den Willen seines Vaters und Chefs den Kauf eines ersten Fernlastkraftwagens durchsetzte, ihn auf eigene Faust aus Italien holte – und damit langfristig neue Geschäftsfelder erschloss.

Immer wieder Neuland betreten

Im Jahr 1988 übernahm er die Firma mit damals sieben Lkw. Heute beschäftigen die „Schnabl Helmut Transport-GmbH“ und Tochter „WV Logistics“ zusammen 110 Mitarbeiter, die mit 70 Lastkraftwagen durch die Lande ziehen, stattliche 32.000 m² Lagerfläche bewirtschaften – und 2019 einen Umsatz von 13 Millionen Euro erzielten.

Für den Erfolg macht er heute auch die „guten und engagierten Mitarbeiter und die Unterstützung der Familie“ mitverantwortlich, zentralen Anteil hatte aber der Unternehmergeist des Helmut Schnabl selbst. Noch in den 1980ern rückte er die Firma nach Gmünd, den für ihn zentralen regionalen Industriestandort mit frisch geöffneter Grenze, baute in der Hans-Czettel-Gasse (heute vis-à-vis der Sole-Felsen-Welt) Bürogebäude, Lager, Lkw- und Buswaschstraße neu. Sukzessive wurde der Betrieb übersiedelt, zuletzt 2007 die Werkstatt – immerhin blieb Schnabl dem Ort Großreichenbach als Hauptwohnsitzer erhalten.

In Gmünd wurde der Fuhrpark in die Breite und Tiefe vergrößert, die Lagerfläche wuchs durch Neubauten oder Zukäufe – etwa des früheren Bobbin-Gebäudes in der Weitraer Straße – und ermöglichte damit auch die Erweiterung der Geschäftsfelder um Lagerei und Logistik.

Immer nach vorne blicken

Die Leitung und die Hälfte des Betriebes wurden 2012 der Tochter Hannelore Schnabl-Wabra übergeben, als Gesellschafter und Mädchen für alles blieb Helmut Schnabl mittendrin im Geschehen – und wie immer mit Investitionen befasst. Die angekündigte Sanierung der Bobbin-Halle will er endlich realisieren, den durch Corona gestoppten Büroausbau anlaufen lassen, Lager-Erweiterungen im Auge behalten. Den Unternehmergeist hat er mit der Geschäftsführung an die Tochter übertragen. „Hallen-Neubauten sind aktuell kein Thema. Es geht aber oft sehr rasch“, schmunzelt sie. In ihrer Verantwortung wurden in fünf Jahren über sieben Millionen Euro in die Hand genommen.

Der neue Kommerzialrat ist seit 2011 Träger der Goldenen Ehrennadel Gmünds und seit 2013 des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland NÖ. Wegen der beschränkten Gästezahl beim Festakt in St. Pölten wurde daheim zum Festmahl mit Unterstützern, Familie und Freunden – Schnabl engagierte sich als Gemeinderat in Schweiggers, Gründungsmitglied im Tennisverein Waldenstein oder bei der Großreichenbacher Wehr – geladen.